Lawrow: Rebellenvertreter für Genfer Syrien-Gespräche verzichtbar

22. April 2016, 19:21
40 Postings

Kreml-nahe Opposition will Verhandlungen bis Mittwoch fortsetzen

Damaskus – Moskau hält den Rückzug von Teilen der syrischen Opposition von den stockenden Friedensgesprächen in Genf offenbar für verschmerzbar. Die Absage des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der Opposition sei "wahrscheinlich für niemanden ein Verlust" mit Ausnahme "für sie selbst", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Freitag bei einem Besuch in der armenischen Hauptstadt Eriwan.

Das HNC sei "nicht die einzige syrischen Oppositionsgruppe", sagte Lawrow weiter. "Man sollte ihr nicht nachlaufen." Dem HNC warf der russische Chefdiplomat eine destruktive Haltung in den Verhandlungen vor. "Man muss mit denjenigen arbeiten, die nicht an ihre Karriere denken oder ihre Gönner im Ausland für sich einzunehmen versuchen, sondern mit denen, die an das Schicksal ihres Landes denken." Das HNC wolle seine Teilnahme "über Ultimaten" durchsetzen. Bereits am Dienstag hatte Lawrow das HNC als "launisch" kritisiert.

HNC hat "formelle" Beteiligung ausgesetzt

Das HNC hatte nach Angaben des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura aus Protest gegen die erneuten Kämpfe in Syrien und die stockenden Friedensgespräche seine "formelle" Beteiligung an den Friedensgesprächen ausgesetzt, Gespräche auf technischer Ebene sollte es aber weiterhin geben.

Dagegen kündigte die Kreml-nahe sogenannte Moskau-Gruppe der syrischen Opposition am Freitag an, zunächst bis Mittwoch weiter an den Gesprächen in Genf teilzunehmen. "Wir werden gemäß der ursprünglichen Einladung, die wir von de Mistura erhalten haben, bis zum 27. April fortfahren", sagte der Ko-Chef de Gruppe, der frühere syrische Vizeregierungschef Kadri Dschamil. Die Haltung des HNC sei kein Grund, die Gespräche zu stoppen. (APA, 22.4.2016)

Share if you care.