Wenn "Likes" wichtiger werden als das echte Leben

24. April 2016, 10:00
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Ein Kurzfilm thematisiert, dass die perfekte Social-Media-Welt oft nur ein Schein ist

Eine junge Frau fotografiert ihre Füße in Laufschuhen und stellt sie mit dem Text "Zeit, sich auf den Weg zu machen" online. Auch die Zutaten für das Abendessen werden hübsch arrangiert, fotografiert und gepostet. Doch statt selbst zu kochen, lässt sie sich Essen zustellen. Ein Selfie zeigt sie mit Hut und Sonnenbrille. Das Bild postet sie mit dem Hashtag "schöner Tag" – am Esstisch sitzend. Ihre Social-Media-Welt ist perfekt. Aber sie existiert nur online.

kerith lemon pictures

"A Social Life" heißt der Kurzfilm, Meredith die Hauptdarstellerin, die sich abmüht, um Arbeit, Freunde und Fitness in ihrem Leben unterzubringen. Doch letztlich ist ihr Sozialleben nur eine Kollektion von Fotos, die sie mit anderen teilt, um "Gefällt mir" zu bekommen. Regisseurin Kerith Lemon stellt im Achtminüter die Frage in den Raum: Ist das Merediths Leben oder ist sie bloß eine Marke? Denn die junge Frau spielt nicht nur sich, sondern auch ihren Freunden etwas vor. Keine noch so abwechslungsreiche Timeline kann das echte Leben ersetzen. Es lohnt, öfters mal das Smartphone wegzulegen, anwesend zu sein und zu genießen. (sb, 24.4.2016)

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