Schuldspruch für Hannes Kartnig: "Ich hab' alles verloren"

22. April 2016, 17:19
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In einer Neuauflage eines Teils des alten Prozesses wurde der ehemalige Sturm-Graz-Präsident noch einmal verurteilt

Graz – Im mausgrauen Anzug sitzt der ehemalige Sturm-Graz-Präsident am Freitag vor der Richterin. "Name?" "Kartnig, Hannes Kartnig." "Wohnhaft? Herrgottwiesgasse?" "Ja", murmelt Kartnig – es ist die Anschrift des Gefangenenhauses, wo Kartnig noch die nächsten drei Jahre absitzen muss.

Aber einmal noch, ein letztes Mal muss Hannes Kartnig auf die Anklagebank. In diesem letzten Kapitel geht es um falsche Abrechnungen von Eintrittskarten, mit deren Erlösen Spieler schwarz bezahlt wurden. In den Büchern schienen reduzierte Einnahmen auf, diese waren aber die Grundlage für die Abgabenberechnungen an die Bundesliga und den Landesverband. Schaden: rund 80.000 Euro. Kartnig und der zweitangeklagte, ehemalige Sturm-Sekretär, der Kartnig als Kronzeuge in die Bredouille gebracht hatte, gaben sich geständig.

"Ich hab alles verloren. Ich wollte den Menschen mit Sturm eine Freude bereiten. Auch die Politiker haben gejubelt, als Graz in Europa bekannt wurde. Dann bin ich gejagt worden und hab alles verloren", bekommt Kartnig nasse Augen. Der Schöffensenat urteilte auf schuldig, sah aber von einer Zusatzstrafe ab, da Kartnig bereits zu drei Jahren Haft verurteilt worden ist. Der Ex-Sekretär bekam zwei Monate bedingt. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. (Walter Müller, 22.4.2016)

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