Wer wen warum gewählt hat

Infografik24. April 2016, 17:32
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Sora und das Meinungsforschungsinstitut Hajek haben die Wahlmotive abgefragt. Die wichtigsten Ergebnisse in Grafiken im Überblick

Für Rot und Schwarz hat es bei der Bundespräsidentenwahl am Sonntag eine Abfuhr gegeben: Gemäß dem vorläufigen Endergebnis hat FPÖ-Kandidat Norbert Hofer 35,3 Prozent der Stimmen erhalten, Alexander Van der Bellen 21,3 und Irmgard Griss 19,0 Prozent. Für die Volkspartei mit Andreas Khol gab es lediglich 11,1 Prozent, SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer kam auf nur 10,9 Prozent.

Was sind die Gründe der Abfuhr für SPÖ und ÖVP?

Die Befragung des Instituts Public Opinion Strategies von Peter Hajek für den TV-Sender ATV (1.200 Befragte) gibt einen Einblick in die Motive der Wähler.

Überraschend: Zunächst galt es als Nachteil, dass Norbert Hofer mit 45 Jahren der jüngste Kandidat ist. Genau das war für die Befragten aber sein Trumpf. Bei Irmgard Griss wird ihre Position als unabhängige und parteilose Kandidatin am meisten geschätzt. Die Wertehaltung von Alexander Van der Bellen war für seine Sympathisanten wichtigstes Wahlmotiv.

Wer einem der Kandidaten der Regierungsparteien seine Stimme gab, tat das, weil er Stammwähler der Partei ist – nur bei Andreas Khol wurden zusätzlich "Erfahrung" und "Kompetenz" zusätzlich genannt.

Männer wählen Hofer, Griss/VdB/Hofer bei Frauen etwa gleichauf

So teilen sich die Wählergruppen nach Alter und Geschlecht auf. Bei den Altersgruppen ist zu berücksichtigen, dass die maximale Schwankungsbreite bei acht Prozent liegt. Wenn alle 1.200 Personen befragt wurden, liegt die Schwankungsbreite bei der Sora-Umfrage bei 2,8 Prozent.

Hofer dominiert bei Arbeitern, Van der Bellen bei Selbstständigen

Je höher der Bildungsabschluss, desto weniger Hofer-Wähler

Wie die Wählergruppen zur Obergrenze stehen

In einer Spezialauswertung hat Hajek auch die Einstellung zur Obergrenze für Flüchtlinge erfasst. Erwartungsgemäß begrüßen Wähler von Norbert Hofer, Andreas Khol und Irmgard Griss die Obergrenze am ehesten.

Irmgard Griss konnte Spätentschlossene für sich gewinnen

(Markus Hametner, Gerald Gartner, 24.4.2016)

Über die Methodik von Sora

Auftraggeber: ORF

Durchführung: Institute for Social Research and Consulting (Sora) / Institut für Strategieanalysen (ISA)

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte zur Bundespräsidentenwahl 2016

Stichprobe: n = 1.200, repräsentative Zufallsauswahl

Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 2,8 % bei n = 1.200, je nach Detailtiefe maximal 8 %

Methode: telefonische Befragung

Befragungszeitraum: 21. bis 24. April mittags

Feldarbeit: IPR

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Über die Methodik von Hajek

Auftraggeber: ATV Privat TV

Durchführung: Peter Hajek Public Opinion Strategies

Stichprobe: n = 1.000

Methode: telefonische Befragung

Grundgesamtheit: österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 3,1 %

Befragungszeitraum: 20. bis 24. April

Feldarbeit: Institut Jaksch & Partner

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    foto: standard/hendrich
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