Michael Robotham schreibt im Namen der Moral

25. April 2016, 10:50
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Der Thriller des Australiers "Der Schlafmacher" zeigt eindringlich den Charakter seiner Figuren auf und verfolgt das Werk eines Serienmörders

Der australische Autor Michael Robotham ist immer für einen Topseller gut. Und er lässt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Figuren, diesmal 413 Seiten.

Ein Mord im ländlichen England gibt Rätsel auf. Eine Mutter und ihre Tochter wurden ermordet, das Mädchen wurde erstickt, die Mutter erstochen. Die Bevölkerung ist aufgebracht, weil die Ermittlungen nicht vorankommen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Psychologe Joe O'Loughlin, der an Parkinson leidet und nicht mehr in diesem Job arbeiten möchte. Nach mühseligen Recherchen, es gibt etliche Verdächtige, erkennt O'Loughlin, dass es Parallelen zu nicht letalen Überfällen auf Frauen gibt, die erst gewürgt und dann mit einem in die Stirn geritzten Buchstaben gebrandmarkt wurden.

Da ist offenbar ein Verrückter am Werk, denn allen Opfern ist gemeinsam, dass sie ihrem Partner untreu waren. Ein Frauenhasser mit Kindheitstrauma? Das klingt etwas simpel, aber Robotham schafft es schon auf den ersten Seiten, den Leser zu fesseln. (Ingeborg Sperl, 23.4.2016)

Michael Robotham, "Der Schlafmacher", Deutsch: Kristian Lutze. Euro 15,50/413 Seiten. Goldmann, München 2016.

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Krimiblog

  • Er wiegt dich sanft in den Schlaf, und wenn du Glück hast, lässt er dich am Leben ...
    foto: goldmann verlag

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