Linzer Uni-Klinik: Kritik an Politik

22. April 2016, 14:26
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Streit ums Geld während Professorenbestellung: Im Linzer Kepler Uniklinikum stehen die Zeichen auf Sturm

Linz – Seit Tagen stehen im Linzer Kepler Uniklinikum (KUK) die Zeichen auf Sturm. Hintergrund sind Diskussionen der Eigentümer – Stadt und Land OÖ – ums Geld. Am Freitag haben Uni-Rektor Meinhard Lukas und die medizinische Vizerektorin Petra Apfalter der Politik einen Ordnungsruf erteilt: Man führe gerade Berufungsverfahren für die Lehrstühle durch, da wäre es gut, "auf den Ruf des KUK zu achten".

Für das KUK wurden das städtische Allgemeine Krankenhaus (AKh) sowie zwei Landesspitäler zusammengeführt. Seit Jahresbeginn ist es in Betrieb, aber zuletzt sind dunkle Wolken aufgezogen: Die mittelfristige Finanzplanung sieht in den ersten Jahren Kostensteigerungen von fünf bis sechs Prozent vor. Der Stadt ist das zu viel. Sie ortet auch eine überbordende Verwaltung, während das Land kritisiert, im AKh seien vor der Fusion noch etliche zusätzliche Dienstposten geschaffen worden. Hinzu kommt, dass zwei Unternehmenskulturen zusammenwachsen müssen, was dem Vernehmen nach nicht immer einfach ist.

Schlechter Eindruck

An der JKU betrachtet man das Hick-Hack mit Sorge, wie Lukas in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Freitag sagte. "Es ist eine deutliche Veränderung zu spüren, wie man mit dem Projekt umgeht", appelliert er an den Geist der Gründungsphase der Medizinfakultät, als zwischen Stadt und Land noch alles eitel Wonne war und sie stolz ihr gemeinsames Kind feierten. Natürlich müssten Konflikte ausdiskutiert werden, aber die Medizinfakultät sei derzeit in einer sehr sensiblen Phase, weil die Gründungsprofessoren bestellt werden – und gerade jetzt entstehe der Eindruck, das Klima sei schlecht, so der Rektor. Bisher habe sich das bei den Bewerbungen noch nicht ausgewirkt, aber die wissenschaftliche Community verfolge die neue Medizinfakultät sehr wachsam.

In die Finanzdiskussion des KUK will er sich nicht einmischen: "Es wird politische Entscheidungen brauchen, wo man einspart. Und das wird auch Auswirkungen auf die Versorgung haben", prognostiziert er. Aber es sei Sache des Eigentümers, zu entscheiden, was das KUK leisten könne und was nicht. (APA, 22.4.2016)

  • Seit Tagen stehen im Linzer Kepler Uniklinikum die Zeichen auf Sturm.
    foto: apa / rubra

    Seit Tagen stehen im Linzer Kepler Uniklinikum die Zeichen auf Sturm.

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