Julya Rabinowich: In dunkler Waldheimat. Pfeifen

Kolumne22. April 2016, 17:00
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Griss als Präsidentin wenig überzeugend

Am Montag kommender Woche wird man wissen, wer in die Stichwahl gekommen sein wird. Die Umfragen vergangener Wochen haben folgende Szenarien offengelassen: Van der Bellen gegen Griss. Griss gegen Hofer. Hofer gegen Van der Bellen. Zwei dieser Variationen bedeuten eine Entscheidung zwischen offen rechts und auf den ersten Blick naiv-konservativ.

Auf den zweiten kommt man nicht umhin, dem zu folgen, was Doron Rabinovici so zusammengefasst hat: "Griss (...) setzt sich (...) ins Unrecht. Wir müssen von Politikern verlangen können, dass sie eine klare Position zu Nazismus beziehen. Auch von Griss."

Bestimmt nicht ohne intensive Nachdenkzeit hat auch Robert Menasse seine ursprüngliche Wahlempfehlung von Irmgard Griss hin zu Alexander Van der Bellen verändert: "Wenn 2018 Strache und Kurz im Kanzleramt einziehen, will ich am anderen Ende einen Präsidenten wissen, auf den ich mich verlassen kann."

Beiden Aussagen ist nichts hinzuzufügen: Irmgard Griss hat wiederholt ein, höflich ausgedrückt, seltsames Geschichtsverständnis durchblitzen lassen. Ihre Behauptung, eine Präsidentin zu sein, die verbindet und nicht trennt, ist nicht überzeugend.

Eine Präsidentin, die in der Waldheimat Urlaub macht, sich anfangs nicht einmal daran erinnern können will, die zu den Übergriffen im Audimax schweigt und diese damit verharmlost, verbindet nicht. Im Gegenteil. (Julya Rabinowich, 22.4.2016)

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