Umstritten: Promi-Website TMZ landete wieder Scoop

22. April 2016, 12:48
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Auf Prominente spezialisierte US-Nachrichten-Website berichtete als erste vom Tod der Popikone Prince – TMZ werden immer wieder Verstöße gegen die journalistische Berufsethik vorgeworfen

Hollywood – Das erste Medium, das am Donnerstag den Tod von Pop-Legende Prince gemeldet hat, war TMZ. Es ist ein weiterer Scoop für die auf Prominente spezialisierte US-Nachrichtenwebsite: 2009 meldete die umstrittene Website als erste den Tod von Popstar Michael Jackson, sie berichtete u.a. auch exklusiv über die Trunkenheitsfahrt mit anschließender antisemitischer Entgleisung von Hollywood-Star Mel Gibson.

TMZ veröffentlichte auch das Video, in der Football-Star Ray Rice seine damalige Verlobte in einem Aufzug zusammenschlug und das in den USA eine große Debatte über Gewalt in der Sportwelt auslöste. Das zum Time-Warner-Konzern gehörende Medienunternehmen mit Sitz in Los Angeles hat sich den Ruf erarbeitet, häufig über Insider-Informationen aus Hollywood und der Welt der Reichen und Schönen zu verfügen.

Doch TMZ – der Name spielt auf die "Thirty Mile Zone" rund um die Studios von Hollywood an – ist nicht unumstritten. Medienexperten werfen der Website Verstöße gegen die journalistische Berufsethik vor. So soll sie Quellen Belohnungen für Exklusiv-Informationen oder Tipps zahlen.

Viertelmillion Dollar für Video bezahlt

"Daran ist doch nichts falsch", befand TMZ-Gründer Harvey Levin, als der Sender Fox News ihn zu einem Bericht befragte, TMZ habe eine Viertelmillion Dollar (221.000 Euro) für ein Video aus einer Überwachungskamera gezahlt, das zeigte, wie die Schwester von Popstar Beyonce auf deren Ehemann Jay Z einschlug. "Das Video ist das Video. Wen schert es, ob jemand dafür Geld zahlt?"

Auch wenn TMZ gelegentlich die Regeln breche und "Scheckbuch-Journalismus" betreibe, spiele es mit der Enthüllung wichtiger Geschichten doch auch eine wichtige Rolle, befand Fox-News-Kolumnist Howard Kurtz. Der "New Yorker" schrieb im Februar, TMZ habe sich ein großes Netzwerk von Quellen aufgebaut, darunter Anwälte der Unterhaltungsindustrie, Reality-Fernsehsternchen, Pornofilm-Makler, Gerichtsangestellte und Mitarbeiter von Limousinen-Services. Mit diesem Netzwerk habe die Website es geschafft, "die Mauern einzureißen, die das Privatleben der Prominenten umgeben". (APA, 22.4.2016)

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