ÖBB will 11.000 neue Mitarbeiter aufnehmen

22. April 2016, 12:38
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Kern will auch 1,3 Milliarden Euro Investitionen in neue Züge und Busse

Wien – Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben im Jahr 2015 ihren Gewinn gesteigert und mehr Fahrgäste transportiert. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) wuchs um 12 Prozent auf 192,8 Mio. Euro. Der Schienenpersonenverkehr legte um 3 Millionen auf 238 Millionen Fahrgäste zu, im Nahverkehr gab es einen Zuwachs von einem Prozent, im Fernverkehr lag das Plus bei zwei Prozent.

"Wir haben zum fünften Mal hintereinander unsere Zahlen gesteigert", zeigte sich ÖBB-Vorstandschef Christian Kern am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien zufrieden. "Es ist gut gelaufen." Die Bahn sei ein "Wachstumsmodell". Beim ÖBB-Postbus gab es indes einen Rückgang auf 220,9 Mio. Fahrgäste (2014: 231 Mio.).

Die Zahl der Mitarbeiter ist 2015 erstmals wieder leicht gestiegen, von 39.481 im Jahr 2014 auf 40.031. Die Zahl der Pensionierungen erreichte 2015 mit 443 (alters- und krankheitsbedingt) einen neuen Tiefpunkt. Dabei lag das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei Alterspensionen bei 59,9 Jahren und bei Pensionen wegen Krankheit bei 53,2 Jahren. Geht es nach Bahnchef Kern, werden bis zum Jahr 2021 1,3 Mrd. Euro in neue Züge und Busse und die Aufnahme von 8.500 Mitarbeitern und 3.000 Lehrlingen investiert.

Hartes Jahr im Güterverkehr

Im Güterverkehr haben die ÖBB ein hartes Jahr hinter sich. "Es war ein brutales Jahr", sagte Kern. Trotzdem sei es der Bundesbahn gelungen, das profitabelste Güterbahnunternehmen in ganz Europa zu bleiben. Der Gewinn vor Steuern (EBT) der Rail Cargo (RCG) sank 2015 etwas von 58,9 Mio. auf 57,2 Mio. Euro.

Insgesamt war die Güter-Transportleistung leicht rückläufig. Im Ausland kam es zwar zu einem deutlichen Anstieg um 5,5 Prozent auf 54 Millionen Tonnen, im Inland hingegen war ein Rückgang um 1,4 Prozent auf 82,4 Millionen Tonnen zu verzeichnen. Verantwortlich dafür sei einerseits die schwache Konjunkturentwicklung verbunden mit einer rückläufigen Grundstoffindustrie, andererseits aber auch der niedrige Dieselpreis, der die Straße konkurrenzfähiger mache. Im Güterverkehr in Österreich müssen sich die ÖBB auch mit immer mehr Mitbewerbern messen, deren Zahl von 22 im Jahr 2013 auf 33 im Jahr 2015 anstieg.

Infrastruktur auf schwachen Beinen

In der Infrastruktur, dem dritten Teilbereich im ÖBB-Konzern, brach das Vorsteuerergebnis (EBT) von 34,6 Mio. auf 12,8 Mio. Euro deutlich ein. Dabei verwies Kern auf die Einhaltung der budgetierten Kosten bei Bauprojekten, wo die Abweichung unter 1 Prozent gelegen sei. Die Hauptbahnhöfe in Graz und Wien seien im Vollbetrieb, von der Koralmbahn seien 100 km fertiggestellt oder in Bau.

Der staatliche Beitrag (Verkehrsdienstbestellungen) für den Personenverkehr lag 2015 bei 930,6 Mio. Euro (2014: 926,1 Mio.), für den Güterverkehr bei 81,9 Mio. (2014: 82,0 Mio.) und für die Infrastruktur (Investitionen und Instandhaltung) bei 1,734 Mrd. (2014: 1,730,4 Mrd.) – insgesamt 2,747 Mrd. Euro. (APA, 22.4.2016)

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