Bodenampeln für Smartphone-Nutzer in deutschen Städten

22. April 2016, 12:51
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Versuchsphase in Köln und Augsburg – In Österreich derzeit kein Thema

Augsburg/Köln/Wien – In den deutschen Städten Köln und Augsburg läuft derzeit ein Probebetrieb mit Bodenampeln für Smartphone-Nutzer an Straßenbahngleisen, um die Unfallgefahr zu mindern. In Österreich sind solche Pläne derzeit kein Thema: "Wir haben keine Überlegungen in diese Richtung", sagte Andreas Strobl, Sprecher des Verkehrsministeriums.

"Für uns ist das im Moment kein Thema", erklärte Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien. Der Verkehrsbetrieb könne auch nicht bestätigen, dass Unfälle von Fußgängern mit Smartphones zugenommen hätten.

foto: thomas hosemann/stadtwerke augsburg/dpa

Lichtleisten sollen Smartphone-Nutzer warnen

Bei den in Deutschland an insgesamt fünf neuralgischen Punkten eingesetzten Ampeln handelt es sich um in den Boden eingebaute LED-Lichtleisten entlang des Bordsteins. Die Leuchten blinken, sobald das Fußgängersignal der Ampel auf Rot schaltet und sich eine Straßenbahn nähert. In Augsburg gab es zuletzt Unglücksfälle mit Leichtverletzten oder Beinaheunfälle mit Fußgängern, die so verhindert werden sollen.

Kosten

Laut Auskunft der Stadtwerke Augsburg gegenüber dem STANDARD ist das System seit 20. April in der bayrischen Stadt in Betrieb und soll rund ein halbes Jahr auf Akzeptanz und Effektivität getestet werden. Anschließend wird entschieden, ob eine Ausweitung erfolgt.

Die Kosten für die "Bompeln", so der Kosename für die Ampeln, belaufen sich pro Installation auf einen "niedrigen fünfstelligen Betrag".

Jeder sechste Fußgänger nutzt Smartphone im Straßenverkehr

Dass Smartphones durchaus ein Sicherheitsproblem sind, hat die Dekra-Unfallforschung vor kurzem in einer Studie festgestellt: Jeder sechste Fußgänger nutzt ein Smartphone zum Nachrichtenschreiben, Telefonieren oder Musikhören, während er am Straßenverkehr teilnimmt.

Wissenschafter hatten dafür rund 14.000 Passanten in sechs europäischen Großstädten – in Berlin, Amsterdam, Brüssel, Paris, Rom und Stockholm – beobachtet. Besonders problematisch: Knapp acht Prozent der Fußgänger tippten beim Überqueren der Fahrbahn in ihr Handy. (APA, red, 22.4.2016)

foto: thomas hosemann/stadtwerke augsburg/dpa
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