Gravierende Fehler im Lebenslauf sind die Regel

24. April 2016, 17:00
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Bei zwei Dritteln ist schon der Dateiname unprofessionell, ein Viertel gibt keine Telefonnummer an. Was bei der Bewerbung zu beachten ist

Gravierende Fehler im Lebenslauf sind bei Bewerbungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Dies legt eine Analyse von 2200 Curricula Vitae, die seit Ende Februar beim Gehalts-Checkservice valueMyCV hochgeladen wurden, nahe.

In der Stichprobe lässt die Überschrift bei 51 Prozent der CVs überhaupt keinen Rückschluss darauf zu, dass es sich um einen Lebenslauf handelt. In mehr als zwei Drittel aller Fälle (68 Prozent) ist schon der Dateiname unprofessionell oder trägt nicht den Namen des Bewerbers. In beinahe einem Drittel (30 Prozent) der hochgeladenen CVs fehlt schlichtweg eine so grundlegende Angabe wie das Geburtsdatum.

Man sollte doch meinen, dass die Kontaktaufnahme durch das Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, das Ziel jeder Bewerbung ist. Indes enthält in der Stichprobe weit mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Lebenslaufdokumente entweder gar keine oder eine wenig arbeitgeberfreundliche E-Mail-Adresse.

In beinahe einem Viertel (23 Prozent) fehlt eine Telefonnummer, bei 21 Prozent ist keine Adresse angegeben.

foto: istock
Beinahe jeder zweite Lebenslauf weist offenbar gravierende Fehler auf.

Wie man es besser machen kann

Was zählt nun im Lebenslauf? Bewerber – besonders erfahrene – sollten unbedingt die bisherige Arbeitserfahrung angeben, versehen mit der Ausübungsdauer und einer kurzen Beschreibung der Position. Damit Personaler auch wissen, was man im Job gemacht hat.

Bestimmte Schlüsselworte zu beachten, ist ebenfalls wichtig, denn die erste Stufe in Auswahlverfahren wird meist mit einem Computerprogramm vorgenommen. Diese Programme scannen nach ihnen vorgegebenen Mustern sowie Worten und sortieren gnadenlos aus. Um nicht sofort durch das Raster zu fallen, ist es daher gut, den Lebenslauf an die einzelnen Jobausschreibungen und darin vorgegebenen Schlagwörter anzupassen.

Bloß nicht das Leben von der Geburt bis zur Gegenwart auflisten. Stattdessen Themenblöcke bilden, zum Beispiel "beruflicher Werdegang", "Ausbildung" und "sonstige Qualifikationen". Unbedingt mit dem Aktuellen beginnen. Wo man zur Volksschule gegangen ist, ist den meisten Recruitern egal. Getrost weglassen kann man auch Geschwister und den Beruf der Eltern.

foto: der standard
Das gilt für die Bewerbung.

Lücken nicht vertuschen. Wer nach seinem Auslandssemester in Australien drei Monate durch das Land gereist ist, sollte das auch angeben (zum Beispiel als "Bildungsreise"). Lücken im Lebenslauf können Bewerber auch interessant machen. Eine größere Lücke gilt es mit einem Schlagwort wie "Selbstfindungsphase" oder "Berufsorientierung" zu benennen.

Mit Zusatzqualifikationen punkten

Wer Fremdsprachen beherrscht, macht Eindruck – also auf jeden Fall angeben. Ideal sind Verweise auf Sprachtests. Wer keine vorzuweisen hat, beurteilt sich selbst anhand der Skala: Grundkenntnisse, gute oder sehr gute Kenntnisse.

Private Interessen machen einen Bewerber menschlich. Um sie anzuführen, sollten sie aber ausgefallener sein oder zum Beruf passen. Sportliche oder musische Erfolge sind immer ein Plus, sie zeugen von Einsatz. Beeindrucken kann auch soziales Engagement.

Rechtschreib- und Grammatikfehler ein absolutes No-Go – daher selbst aufmerksam durchlesen, am besten auch nochmals von vorne nach hinten, und im Idealfall einen Freund lesen lassen. Schließlich ist es ratsam, eine professionelle E-Mail zu verwenden, die den Namen im Stil von Vorname.Nachname@domain.at enthält. (lib, 24.4.2016)

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