Hypo-U-Ausschuss: Kritik an Griss-Kommission

21. April 2016, 18:38
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Ex-Bawag-Chefankläger Georg Krakow bemängelt vorgefasste Meinung bei Befragung

Wien – Beim Untersuchungsausschuss rund um die Hypo Alpe Adria wurde am Donnerstag erneut Kritik am Endbericht der Griss-Kommission laut. Er sei zwar befragt worden, hätte seine Ausführungen aber nicht im Bericht wiedergefunden, sagte Ex-Bawag-Chefankläger Georg Krakow, der als Koordinator für die Hypo arbeitete. Schon am Mittwoch sagten Finanzprokuraturchef Wolfgang Peschorn und der CSI-Mitarbeiter Johannes Zink, ihre Ausführungen hätten keinen Eingang in den Bericht gefunden.

Thematisiert wurde der Griss-Bericht in dieser Ausschusswoche vor allem von der ÖVP. Krakow sagte, er hatte bei seiner Befragung durch die Kommission den Eindruck, "dass da vielleicht schon ein wenig eine vorgefasste Meinung bestanden hat – dass die Aufarbeitung der Vergangenheit grundsätzlich keine Aufgabe der Bank ist". Die Kommission wurde von der Regierung 2014 unter der Leitung der jetzigen Präsidentschaftskandidatin Irmgard Griss damit beauftragt, die Vorfälle um die Bank auszuleuchten.

Im U-Ausschuss führte der Jurist Krakow den Hypo-Skandal auf "systematische Dummheit" zurück. Kredite seien immer wieder leichtfertig vergeben worden, teilweise auch auf Interventionen des ehemaligen Kärntner Landeshauptmanns, Jörg Haider, hin. Das habe sich mit einer gewissen "Großmannssucht" in der Bank und kriminellen Machenschaften gepaart, so Krakow. (sat, 21.4.2016)

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