Keimfreie Kleidung durch Licht

21. April 2016, 15:24
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Grazer Forscher entwickelten lichtinduzierte Desinfektionsmethode weiter – Preise gab es dafür auch

Graz/Villach – In Reinräumen gilt es Staub und biologische Kontaminationen zu vermeiden. Der Mensch ist in solchen speziellen Produktionsumgebungen der größte Risikofaktor. An der TU Graz wurde nun eine Desinfektionstechnologie für Kleidungsstücke entwickelt, die mit Licht arbeitet.

In vielen Industriezweigen ist höchste Sauberkeit ein wichtiges Qualitätsmerkmal – da reicht es nicht aus, Hände zu desinfizieren oder mit Staubwedel und Putzlappen ordentlich zu putzen. Für diese Zwecke werden sogenannte Reinräume so konstruiert, dass die Anzahl luftgetragener Teilchen, die in den Raum eingebracht werden oder dort entstehen, so gering wie möglich ist.

Jeder Neueintritt in einen solchen Raum erfordert einen Wechsel der Kleidung. Das kann mühsam sein. Experten der TU Graz und des Research Centers Pharmaceutical Engineering (RCPE) haben sich überlegt, wie man diese Situation erleichtern könnte. Sie haben eine Lösung gefunden, die sich laut Mitteilung der TU Graz schon in mehreren Patenten und Preisen niedergeschlagen hat.

Medizinischer Einsatz

Die zugrunde liegende Technologie der Erfindung nennt sich "Photodynamic Desinfection certified Technology" (PDcT), wie Gabriele Berg vom Institut für Umweltbiotechnologie der TU Graz schildert: "Wir nutzen den photodynamischen Effekt, der es einem Farbstoff ermöglicht, auf spezielle Wellenlängen des Lichts zu reagieren. In dieser Reaktion bildet sich ein hochreaktiver Sauerstoff, der wiederum mit unerwünschten Keimen reagiert und deren Wachstum verhindert."

In der Zahnmedizin kommt das Verfahren als sogenannte antibakterielle photodynamische Therapie zum Einsatz. Jetzt ist diese Desinfektionsmethode auch für speziell gefärbte Kleidung möglich. Damit kann die Kleidung auch in sensiblen Bereichen wie Intensivstationen von Keimen und Partikeln befreit werden.

Die Technologie wurde mit einem Sonderpreis im Rahmen des Staatspreises für Innovation 2016 (ECONOVIUS) und dem Kärntner Innovationspreis ausgezeichnet. Nun wurde das Forscherteam auch für den Houskapreis nominiert. (APA, 21.4.2016)

  • Intensivstationen sind sensible Bereiche. Durch die weiterentwickelte Desinfektionsmethode, muss Kleidung weniger häufig gewechselt werden.
    foto: apa/helmut fohringer

    Intensivstationen sind sensible Bereiche. Durch die weiterentwickelte Desinfektionsmethode, muss Kleidung weniger häufig gewechselt werden.

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