Mindestens 570 Todesopfer nach Erdbeben in Ecuador

21. April 2016, 10:33
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Weiterhin noch hunderte Vermisste. Die Regierung kündigte Wirtschaftsmaßnahmen zur Bewältigung der Katastrophe an

Quito/Berlin/Wien – In Ecuador ist die Zahl der Toten nach einem verheerenden Erdbeben auf 570 gestiegen. Bisher wurden 13 Ausländer unter den Todesopfern identifiziert, darunter eine Deutsche. Das Außenministerium in Wien geht "nach derzeitigem Wissensstand nicht davon aus, dass Österreicher ums Leben gekommen sind", sagte Sprecher Thomas Schnöll der APA. Das Ressort sei aber mit den lokalen Behörden in Kontakt.

Mehrwertsteuer wird erhöht

Die Regierung des Andenstaats hat drastische Wirtschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Krise beschlossen. Staatspräsident Rafael Correa, der die durch das Beben angerichteten Schäden auf 2,7 Milliarden Euro veranschlagte, kündigte am Mittwoch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte auf 14 Prozent für die Dauer eines Jahres an.

Zudem wird auf je tausend Dollar Monatsverdienst eine Pflichtabgabe in Höhe eines Tagesgehalts erhoben, wie Correa in seiner im Fernsehen und im Radio übertragenen Rede ausführte. Weiter ist eine einmalige Abgabe in Höhe von drei Prozent zusätzlich auf Gewinne sowie ein einmaliger Beitrag von 0,9 Prozent auf natürliche Personen mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar vorgesehen. Correa stellte zudem den Verkauf einiger Vermögenswerte in Aussicht, ohne anzugeben, um welche es sich handeln könnte.

Dutzende Nachbeben

Das Beben der Stärke 7,8 hatte am Samstagabend weite Teile Ecuadors erschüttert und große Zerstörungen angerichtet. Dutzende Nachbeben folgten. Hunderte Menschen werden nach Regierungsangaben noch vermisst. Am Dienstagabend lief die Drei-Tages-Frist ab, nach der Erfahrungen zufolge kaum noch Hoffnung besteht, noch Überlebende zu finden. Tausende Menschen verloren durch das Beben ihr Zuhause und sind auf Hilfslieferungen angewiesen. (APA, 21.4.2016)

  • Das Beben richtete Schäden in der Höhe von 2,7 Milliarden Euro an.
    foto: apa/afp/juan cevallos

    Das Beben richtete Schäden in der Höhe von 2,7 Milliarden Euro an.

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