Pädophile verstecken Kinderpornografie auf legalen Erotikseiten

21. April 2016, 11:19
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Die Internet Watch Foundation warnt in einem Bericht davor, dass unschuldige Nutzer ins Netz der Behörden gelangen könnten

Pädophile nutzen vermehrt eine gefinkelte Methode, um Fotos und Videos von Kindesmissbrauch ins Netz zu stellen. Sie verstecken sich hinter legalen, kommerziellen Pornoseiten, die wie reguläre Portale wirken. Unter bestimmten Endungen der Internetadressen, die nicht direkt verlinkt werden, können Eingeweihte jedoch auf kinderpornografische Inhalte zugreifen. Das könnte bedeuten, dass auch unschuldige Nutzer ins Visier der Behörden gelangen, warnt nun die Internet Watch Foundation (IWF).

"Geheimes Passwort"

"Es ist ein bisschen so, als ob man ein ‚geheimes Passwort‘ besitzt", erklärt die IWF in ihrem Bericht. Dies sei ein "signifikantes Problem", da es das Aufspüren und Analysieren der illegalen Inhalte erschwere. In den vergangenen zwei Jahren hätten sich solche Angebote vervierfacht, wobei 21 Prozent der untersuchten Bilder oder Videos zu kommerziellen Zwecken aufgenommen worden waren.

Polizeiarbeit wird erschwert

Fred Langford, Chef der IWF, warnt im Guardian, dass normale Nutzer unabsichtlich auf solche Seiten gelangen und sich strafbar machen könnten. "Manche Menschen denken vielleicht, sie würden legale Pornografie mit erwachsenen Darstellen sehen, sammeln dabei aber Spuren der Kinderpornografie in ihren Browsern", sagt Langford. Wenn die Polizei nun die Besucher einer als Speicherort für Kinderpornos bekannten Webseite untersucht, könnte sie auch unschuldige Nutzer verfolgen.

Unschuld schwierig zu beweisen

"Es wird bei einem solchen Verdacht dann viel schwieriger, die Unschuld des Angeklagten zu beweisen – umgekehrt wird es aber auch schwieriger, stichfeste Beweise zu sammeln", sagt Langford weiter. Die gemeinnützige Organisation darf seit zwei Jahren selbst aktiv nach Kinderpornografie suchen. Sie wird von mehreren großen IT-Konzernen wie Apple, Google und Microsoft unterstützt. (red, 21.4.2016)

  • Pädophile haben ein Netz "versteckter Inhalte" gesponnen
    foto: apa/berg

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