Syrien: Uno holt Verletzte und Kranke aus belagerten Städten

21. April 2016, 06:52
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Insgesamt 500 Menschen sollen gerettet werden – Nächste Woche Friedensgespräche

Damaskus – In Syrien hat die Uno am Mittwoch damit begonnen, Verletzte und Kranke aus belagerten Städten herauszuholen. Ein AFP-Reporter berichtete, ein erster Bus mit zuvor ärztlich untersuchten 25 Zivilisten habe am Nachmittag die von Aufständischen kontrollierte und von Regierungssoldaten belagerte Stadt Sabadani westlich der Hauptstadt Damaskus verlassen.

Aus Armeekreisen verlautete, dass weitere 225 Menschen aus Sabadani ebenfalls von Rebellen eingenommener Nachbarstadt Madaja gebracht werden sollten. Zugleich verließ nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Bus mit Verletzten und ihren Familienangehörigen die von Rebellen belagerten, mehrheitlich schiitischen Ortschaften Foua und Kafraja in der nordwestlichen Provinz Idlib.

Der für die humanitäre Hilfe in Syrien zuständige UN-Vertreter Jan Egeland hatte Anfang des Monats die Hoffnung geäußert, bald 500 verletzte und kranke Menschen aus den vier belagerten Städten retten zu können.

Verhandlungen nächste Woche

Die Friedensgespräche sollen indes ungeachtet der ablehnenden Haltung der Opposition UN-Angaben zufolge in der kommenden Woche fortgesetzt werden. UN-Vermittler Staffan de Mistura bezeichnete am Donnerstag die Ankündigung der Opposition, vorerst nicht mehr an den Verhandlungen teilzunehmen, als "diplomatisches Getue".

In einem Interview des Schweizer Fernsehens fügte er hinzu, in dem seit fünf Jahren anhaltenden Syrien-Konflikt seien bisher 400.000 Menschen getötet worden. Bisher hatten die Vereinten Nationen die Zahl der Toten mit 250.000 bis 300.000 angegeben.

Die Gespräche dürften nicht aufgegeben werden, mahnte de Mistura. Die Waffenruhe müsse erneuert und humanitäre Hilfe beschleunigt werden. Aus Protest gegen immer stärkere Kämpfe hatte die Opposition ihre Abreise von den Verhandlungen in Genf angekündigt. Es könne keine Gespräche geben, solange das syrische Volk leide, sagte ihr Chefunterhändler Riad Hijab. (APA, 21.4.2016)

  • Hilfskräfte auf dem Weg in die Stadt Rastan in der Provinz Homs.
    foto: apa/afp/mahmoud taha

    Hilfskräfte auf dem Weg in die Stadt Rastan in der Provinz Homs.

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