Hausdurchsuchung bei Oligarch Firtasch in Wien

20. April 2016, 20:36
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Auf Basis eines Rechtshilfeersuchens Deutschlands – Keine Angaben zu Details

Wien/Kiew – An dem Fall um den ukrainischen Oligarchen Dmytro Firtasch ist offenbar auch Deutschland interessiert. Nach einem Rechtshilfeersuchen des nördlichen Nachbars sind am Mittwoch die österreichischen Behörden aktiv geworden und führten eine Hausdurchsuchung in Firtaschs Anwesen in Wien-Hietzing durch.

Weil es sich um ein Rechtshilfeverfahren handelt, will die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft keine Angaben zu dem Vorgehen machen, wie deren Sprecher Konrad Kmetic erklärte. Laut ORF soll die Durchsuchung drei Stunden lang gedauert haben.

Firtaschs Anwalt Dieter Böhmdorfer erklärte, dass sein Mandant im betreffenden Ermittlungsverfahren lediglich als Zeuge und nicht als Beschuldigter geführt werde.

"Firtasch ist Zeuge und als Zeuge gibt er keine Erklärung ab, weil er sonst die Ermittlungen behindern könnte", sagte Böhmdorfer. Firtasch werde seiner Ladung als Zeuge entsprechen, betonte der Anwalt, der keine weiteren Angaben machen wollte. Er bestätigte jedoch, dass eine Hausdurchsuchung am Wiener Wohnsitz seines Mandanten stattgefunden habe.

Deutsches Rechtshilfeersuchen

Nach APA-Informationen war die Amtshandlung in Wien-Hietzing nach einem deutschen Rechtshilfeersuchen durchgeführt worden, für das in Österreich die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zuständig ist. Bisher ist unklar, wozu in diesem Verfahren ermittelt werde könnte. Von wirtschaftlichen Interessen Firtaschs und seiner Firmen in Deutschland war zuletzt nichts bekannt.

Firtasch wird von den USA Korruption im Zusammenhang mit Geschäftsaktivitäten in Indien vorgeworfen. Nach einem US-Haftbefehl vom März 2014 wurde der österreich-affine Oligarch in Wien-Wieden verhaftet. Nach Bezahlung einer Rekordkaution von 125 Millionen Euro war Firtasch auf freien Fuß gesetzt worden und hatte sich seit damals in Österreich aufgehalten. Vor rund einem Jahr wurde ein Auslieferungsbegehren der USA als "politisch motiviert" abgelehnt. (APA, 20.4.2016)

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