Tödlicher Asbest in der Scala könnte vor Gericht kommen

20. April 2016, 13:21
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Staatsanwaltschaft strebt Prozess in Mailand an

Mailand – Die Mailänder Staatsanwaltschaft, die wegen tödlichen Asbests in der Scala ermittelt, hat einen Prozess gegen neun Personen beantragt, darunter vier ehemalige Bürgermeister Mailands im Zeitraum von 1976 bis 1997. Im Prozess soll es um den Tod von acht Scala-Mitarbeitern im Zeitraum zwischen 1986 bis 2002 gehen, berichteten italienische Medien.

Die Todesfälle seien auf Asbest in der Scala zurückzuführen, behaupten die Staatsanwälte. Die Ex-Bürgermeister seien in ihrer Funktion als Scala-Präsidenten nicht ihren Aufsichtspflichten für die Sicherheit und die Gesundheit des Scala-Personals aufgekommen, lautet der Vorwurf. Auch der ehemalige Scala-Intendanten Carlo Fontana und andere Technische Direktoren im Theater sollen sich laut den Staatsanwälten wegen Fahrlässigkeit vor Gericht verantworten. Ein Untersuchungsrichter muss jetzt über die Eröffnung des Verfahrens entscheiden.

Das Asbest wurde für die thermische Isolierung des Theaters verwendet. Auf asbestbedingte Krankheiten sei laut den Ermittlern mit Sicherheit der Tod eines Feuerwehrmannes, eines Bühnentechnikers, sowie der Opernsängerin Edith Martelli und einiger Orchestermitglieder zurückzuführen. Zwei weitere Mitarbeiter der Scala seien am Asbest erkrankt. Nach Renovierungsarbeiten zwischen 2002 und 2004 wurde vom Theater jegliche Spur von Asbest entfernt. (APA, 20.4.2016)

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