2015 sind die Einkommen gesunken und die Vermögen gestiegen

20. April 2016, 12:59
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Finanzvermögen der Österreicher 2015 um 10,6 Mrd. gestiegen – Realer Einkommensverlust der Österreicher verhinderte stärkeres Wachstum

Wien – Die Österreicher legten im Vorjahr 10,6 Mrd. Euro zusätzlich auf die hohe Kante. Durch Bewertungseffekte stieg das Finanzvermögen nur um 2,2 Mrd. Euro. Das Finanzvermögen wuchs über das Jahr auf 600 Mrd. Euro. Das bedeutet ein Plus von 2,2 Prozent zum Jahr davor, teilte die Nationalbank am Mittwoch mit. Der reale Einkommensverlust von 0,6 Prozent habe größere Zuflüsse ins Finanzvermögen vereitelt.

Rund jeder fünfte Euro des Finanzvermögens ist als Bargeld oder täglich fällige Einlage jederzeit verfügbar. Da der Zinsunterschied zwischen täglich fälligem Geld und gebundenen Einlagen schrumpft, schichten die Österreicher zunehmend in laufend Verfügbares um: Eine Milliarde floss in Bargeld, 13,7 Milliarden in täglich fällige Einlagen, rechnet die OeNB vor. Zugleich gingen die Einlagen mit Bindungsfrist um über 7,2 Mrd. Euro zurück. Abgesehen davon kam es zu einer Umschichtung von Bankanleihen in Investmentzertifikate.

21 Prozent in Cash

Rund 127 Mrd. Euro (21 Prozent) des Finanzvermögens bestanden aus Bargeld bzw. täglich fälligen Einlagen. Damit könnten rund 70 Prozent der Konsumausgaben des Jahres 2015 finanziert werden. Rund 119 Mrd. Euro (20 Prozent) waren Ende 2015 in gebundenen Einlagen veranlagt, davon 32 Mrd. Euro länger als zwei Jahre. Bauspar- und Sparbucheinlagen hatten nur mehr Anteile von 21 Prozent bzw. 3,3 Prozent – gleichauf mit dem Aktienbesitz. 263 Mrd. Euro lagen in verzinslichen Wertpapieren, die 44 Prozent des Finanzvermögens ausmachten. Diese Finanztitel brachten 2015 rund 0,7 Prozent pro Jahr Ertrag – vor Abzug der KESt und ohne Berücksichtigung der Inflationsrate in Höhe von 0,8 Prozent.

Dem Finanzvermögen der Haushalte standen offene Kredite – vor allem aus Wohnbaufinanzierungen – in Höhe von 175 Mrd. Euro gegenüber. Die Nettofinanzposition von rund 430 Mrd. Euro entspricht dem rund 2,2fachen des netto verfügbaren Einkommens im Jahr 2015. (APA, 20.4.2016)

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