Johanna Mikl-Leitner: Die Frau, die immer im Minus war

20. April 2016, 10:08
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APA/OGM-Vertrauensindex zeigt durchwegs negative Werte für die scheidende Innenministerin

Wien – Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) ist den laut Eigenaussage "schwierigsten Job dieser Republik" los. Zu ihrem Abschied von der Bundespolitik zeigt sich, dass sie während ihrer fünfjährigen Amtszeit Schwierigkeiten hatte, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen: Ihr Wert im APA-/OGM-Vertrauensindex blieb durchwegs negativ. Der Bestwert von minus fünf steht einem Tiefstwert von minus 20 gegenüber.

29 Mal negative Werte

Für den Vertrauensindex werden 500 Personen gefragt, ob sie dem jeweiligen Politiker vertrauen oder nicht, aus den Ja- und Nein-Stimmen wird ein Saldo gebildet. Mikl-Leitner wurde seit Mai 2011 insgesamt 29 Mal bei einer solchen Umfrage abgefragt.

Im Mai 2011 stieg sie mit einem Vertrauenssaldo von minus 16 Punkten ein, in den ersten eineinhalb Jahren bewegten sich ihre Werte zwischen minus zehn und minus 20. Der Jahresdurchschnitt von minus 14 im Jahr 2012 verbesserte sich 2013 auf minus neun. Ihren Bestwert von minus fünf erzielte Mikl-Leitner zur Zeit der Nationalratswahl im September 2013. 2014 rangierte sie dann wieder zwischen minus neun und minus 13.

Tief bei Flüchtlingskrise

Zur Jahresmitte 2015 rutschte sie dann auf minus 18 ab. Und auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im November wurde wieder der Tiefststand von minus 20 Punkten ermittelt. Zu dieser Zeit begann die Ministerin, für Asylobergrenzen einzutreten. Der letzte Vertrauensindex mit Mikl-Leitner in der Regierung stammt vom März 2016 – somit verabschiedet sie sich mit minus elf in die niederösterreichische Landesregierung. (APA, 20.4.2016)

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    foto: matthias cremer
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