"Mit offenen Augen träumen": Magic Leap baut eigenes Hololens

20. April 2016, 09:41
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Augmented Reality-Technologie des verschwiegenen Start-ups soll Konkurrenz hinter sich lassen

Mit der überraschenden Vorstellung des Augmented-Reality-Headsets "Hololens" hat Microsoft einst für Staunen gesorgt. Ohne, dass zuvor etwas in die breite Öffentlichkeit durchgesickert wäre, überraschte der Konzern die Zuseherschaft mit seinem Vorhaben, einen tragbaren Computer zu bauen, der virtuelle Inhalte und Realität verschmilzt und neue Interaktionsformen ermöglicht. Mittlerweile wird die Developer Edition von Hololens an die ersten Entwickler außerhalb des Konzerns ausgeliefert.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Auch ein verschwiegenes, von Beobachtern mittlerweile als sehr wertvoll eingeschätztes Start-up mischt mit: Das von Google und Qualcomm mitfinanzierte Magic Leap. Bekannt geworden ist das Unternehmen mit der Vorstellung eines primär auf Handgesten basierenden Steuerungssystems für Computer. Doch auch hier arbeitet man schon länger an einer Technologie á la Hololens. Nun konnte erstmals ein Journalist von Wired die Erfindung ausgiebiger testen – und zeigt sich begeistert.

magic leap

Infoflächen und digitale Quallen

Aufgetaucht war das Magic Leap-Projekt erstmals Ende 2014 in einer Patentschrift. Mittlerweile scheint die "Mixed Reality" – wie sowohl Magic Leap, als auch Microsoft ihren Zugang bevorzugt nennen – deutlich vorangekommen zu sein. Das Unternehmen selbst hat ein Video veröffentlicht, in dem sich virtuelle Inhalte praktisch nahtlos in die reale Umgebung einbinden, ähnlich wie man es etwa aus Filmen wie "Minority Report" oder Sci-Fi-Serien wie "Star Trek" kennt.

Es soll sich um direkt aus der AR-Brille abgefilmtes Material handeln, ohne nachträglicher Bearbeitung des Videos. Zu sehen ist der Abruf verschiedener Informationen mit im Raum schwebenden Informationsflächen und 3D-Modellen, ehe am Schluss quallenartige, virtuelle Tiere durch den Raum schweben.

"Digitales Lichtfeld-Signal"

Während bei Hololens oft von Projektion und optischen Komponenten die Rede ist, beschreibt Magic Leap-Chef Rony Abovitz die Technik hinter dem eigenen Projekt als "digitales Lichtfeld-Signal". Details zur Funktionsweise verrät das Unternehmen allerdings nicht. Es ist, "wie mit offenen Augen zu träumen", schwärmt ein ungenannter Mitarbeiter der Firma.

Laut Wired handelt es sich um das bislang fortgeschrittenste AR-Projekt, das man testen konnte. Es ist allerdings unklar, in welcher Form Magic Leap seine Technologie künftig kommerzialisieren möchte.

Aufbruchstimmung

Doch der Markt ist gerade erst im Aufbruch. Augmented- und Virtual-Reality werden laut der Einschätzung vieler Experten ein neues Zeitalter der Interaktion einläuten. Beginnend mit 360-Grad-Spielerlebnissen, bis zu viel persönlicheren Formen digitaler Kommunikation und Einsatzgebieten für viele Berufe. Das Potenzial wollen mittlerweile auch zahlreiche andere Firmen erschließen, die an eigenen VR- und AR-Produkten arbeiten oder bereits veröffentlicht haben.

Aus dem Internet, heute hauptsächlich eine Ansammlung von Webseiten und zweidimensionalen Kommunikationstools, wird eine Plattform der "Präsenz und Erfahrung", prognostiziert Abovitz. Eine Einschätzung, die er mit anderen Persönlichkeiten aus der Branche teilt. Etwa Facebooks Gründer Mark Zuckerberg, der vor zwei Jahren für zwei Milliarden Dollar den VR-Pionier Oculus übernommen hat. (gpi, 20.04.2016)

  • Am Ende der Video-Demonstration schweben virtuelle, quallenartige Tiere durch den Raum.
    foto: magic leap

    Am Ende der Video-Demonstration schweben virtuelle, quallenartige Tiere durch den Raum.

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