Immer mehr vom selben: Kritik an aufgeblähten Apple-Produktlinien

20. April 2016, 09:50
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Artikel bringt Debatte über relativ gehaltlose Apple-Neuvorstellungen ins Rollen

Vor rund einem Jahr ist erstmals das neue Macbook erschienen: sehr schlank, daher nicht ganz so leistungsfähig und mit nur einem einzigen USB C-Anschluss ausgerüstet. Am Dienstag wurde das Macbook in einer neuen Version ausgeliefert – aber noch immer herrscht Unklarheit darüber, was dieses Modell eigentlich bringen soll. Denn mit Macbook Pro und Macbook Air gibt es bereits zwei Varianten des Apple-Laptops: einen hochleistungsfähigen, größeren sowie einen schmaleren mit etwas weniger Power.

Gleich große iPads, die gleich aussehen

Dafür gibt es seit drei Wochen auch ein kleineres iPad Pro, das 9,7 Zoll Bildschirmgröße aufweist. Also auf gut Deutsch: ein kleineres größeres iPad. Beziehungsweise ein iPad, das genauso groß ist wie das iPad Air 2, das aber keinen Nachfolger erhält. Das klingt verwirrend – und deutet laut einigen Kritikern darauf hin, dass Apple zurzeit keine sehr ausgereifte Strategie fährt. So sorgt momentan ein Beitrag des Wirtschaftsmagazins "Forbes" für Wirbel, der Apple "überflüssige" Produkte vorwirft.

Jobs' Philosophie nicht mehr gültig

Forbes verweist auf den legendären Ausspruch des verstorbenen Apple-Gründers Steve Jobs, seine Firma sei mit weniger als 30 Produkten rund 30 Milliarden schwer geworden. Das hatte Jobs 2008 gesagt, als im Smartphone-Bereich noch viel Luft nach oben war. Mittlerweile ist Apple zwar um einiges reicher, allerdings gilt der Markt für iPhones als einigermaßen gesättigt. Die Logik eines riesigen Konzerns zwingt Apple jedoch dazu, konstant für großes Wachstum zu sorgen. Da offenbar die einschneidende Idee fehlt, greift die Konzernspitze um Tim Cook auf kleinere Variationen bestehender Produkte zurück.

Schwächelnde Verkäufe

Dass diese Taktik allzu lang erfolgreich ist, darf bezweifelt werden. Unlängst kursierten Berichte, dass sich sowohl die beiden iPhone-6s-Varianten als auch das kleine neue iPhone SE nicht sonderlich gut verkauften. Auch beim iPad Pro soll sich der Enthusiasmus in Grenzen halten. Der Minimalismus, der Apple auszeichnet(e), schwindet jedenfalls dahin. "Apple hat momentan 13 Macbook-Varianten in drei unnötigen Produktlinien, vier iPad-Versionen, von denen zwei gleich aussehen, und drei aktuelle iPhones. Im Herbst erwarten wir uns also ein iPhone 7, ein iPhone 7 Plus und ein drittes iPhone 7, das wie ein Plus aussieht, aber gar keines ist", schließt Forbes zynisch. Oder, wie das Satiremagazin "The Onion" schon 2013 unkte: "One more thing: Apple enthüllt panischen Mann ohne Ideen." (red, 20.4.2016)

  • iPhones sind nach wie vor der Motor für Apples Geschäft
    foto: apa/afp/sullivan

    iPhones sind nach wie vor der Motor für Apples Geschäft

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