Rousseff-Gegner loben Diktatur und Folterer

19. April 2016, 22:49
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Abgeordneter: "Sie haben 64 verloren, sie verlieren jetzt 2016"

Brasilia – Es war ein fragwürdiger Moment beim Votum in Brasiliens Abgeordnetenhaus über eine rasche Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff. Ein Abgeordneter der Christlich-Sozialen Partei (PSC) verband seine Zustimmung für Rousseffs Absetzung mit den Worten: "Sie haben 64 verloren, sie verlieren jetzt 2016." 1964 übernahm das Militär die Macht, die damalige Guerillakämpferin Rousseff wurde gefoltert.

Jair Bolsonaro von der PSC widmete seine abgegebene Stimme unter anderem der Erinnerung an den 2015 verstorbenen Militär Carlos Alberto Brilhante Ustra. "Ich bin in den 70er Jahren inhaftiert worden", sagte Rousseff (68) dazu am Dienstag vor Journalisten in Brasilia. Sie kenne Ustra sehr gut.

"Er war einer der größten Folterer Brasiliens", sagte die Politikerin der linken Arbeiterpartei. "Es ist schrecklich zu sehen, dass jemand seine Stimme abgibt mit einer Hommage an den größten Folterer, den Brasilien gekannt hat." Erneut warnte sie vor einem Staatsstreich. Ihr sei keinerlei Verbrechen, das so einen Schritt rechtfertige, nachgewiesen worden. Sie sei 2014 von 54 Millionen gewählt worden. (APA, 19.4.2016)

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