Chiles Ex-Präsident Patricio Aylwin gestorben

19. April 2016, 22:14
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Erster demokratischer Präsident nach der Diktatur wurde 97 Jahre alt

Santiago de Chile – Der chilenische Ex-Präsident Patricio Aylwin ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Aylwin verstarb Dienstag früh in seinem Wohnhaus in Santiago de Chile, wie das Präsidialamt bestätigte. Der Christdemokrat war das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt nach der Militärdiktatur von Augusto Pinochet (1973-1990).

Er initiierte in seiner ersten Amtszeit von 1990 bis 1994 den chilenischen Transitionsprozess. Aylwins Politik war geprägt von Vorsicht und Zurückhaltung, um den Weg zum demokratischen Rechtsstaat nicht zu gefährden.

"Chile hat einen Demokraten verloren, der sich darauf verstand, über Unstimmigkeiten und Differenzen hinweg einen gemeinsamen Nenner zu finden", schrieb Chiles Staatschefin Michelle Bachelet auf Facebook. Als Präsident habe Aylwin einen großen Teil zur Einheit und zum Wiederaufbau Chiles beigetragen. Bachelet ordnete eine dreitägige Staatstrauer an und sagte ihre Reise zum Klimagipfel in New York ab. (APA, 19.4.2016)

  • Patricio Aylwin mit seinem Vorgänger Augusto Pinochet.
    foto: apa/afp/bouroncle

    Patricio Aylwin mit seinem Vorgänger Augusto Pinochet.

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