Austria sucht in Salzburg Ende des Negativlaufs

19. April 2016, 21:41
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Salzburg peilen gegen kriselnde Veilchen drittes Cupfinale en suite an – Cup für Austria-Coach Fink "Riesensache" aber auch nur "Zugabe"

Wien/Salzburg – Titelverteidiger Salzburg hat gegen eine kriselnde Wiener Austria den neuerlichen Einzug ins Endspiel des ÖFB-Cups ins Auge gefasst. In der Neuauflage des finalen Duells des Vorjahres sind die Mozartstädter im Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/live ORF eins) nicht nur aufgrund des Heimvorteils zu favorisieren. Im jüngsten Liga-Duell der beiden Klubs in Wals-Siezenheim gewann Salzburg mit 4:1.

Salzburg auf "Triple-Double"-Kurs

Mit dem nächsten Heimsieg über die Violetten möchte Salzburg auch den Weg zum historischen "Triple-Double", dem dritten Gewinn von Meisterschaft und Cup in Folge, halten. Kapitän Jonatan Soriano wollte davon aber noch nichts wissen. "Jetzt müssen wir einmal das Spiel gegen die Austria gewinnen. Danach können wir darüber reden", meinte der sechsfache Cup-Saisontorschütze. Obligatorisch warnte man im Salzburger Lager vor einem schwierigen Gegner. "Egal, was vorher war", spielte Soriano auf die Unform der Wiener an.

Gegen die Austria haben die im Cup seit 16 Spielen ungeschlagenen "Bullen" eine sehr gute Bilanz aufzuweisen. In den jüngsten sechs Duellen gab es für Salzburg drei Siege bei drei Remis. Im Cup-Finale 2015 gewann Salzburg mit 2:0 nach Verlängerung, obwohl Torhüter Peter Gulacsi bereits in der 41. Minute die Rote Karte gesehen hatte. Der seit vergangenem Sommer als Austria-Coach arbeitende Fink saß damals in Klagenfurt auf der Tribüne.

Die Statistik ist für den Salzburgtrainer dennoch nicht viel wert. "In einem Spiel geht es um alles oder nichts, deshalb ist zu hundert Prozent Konzentration gefragt. Eine Aktion kann alles geben, aber eine Aktion kann auch alles nehmen", meinte Salzburgs Oscar Garcia. Seine Mannschaft könne der Austria "wehtun". Umgekehrt gelte dies jedoch ebenso. "Die Austria wird sich voll auf dieses Spiel konzentrieren und mit enormem Einsatz agieren. Da müssen wir ebenbürtig sein."

Augapfelprellung stoppt Pehlivan

Zu personellen Änderungen nach dem 2:1-Last-Minute-Heimsieg gegen Ried hielt sich Garcia bedeckt. Sicher ist, dass neben den Langzeitverletzten auch Yasin Pehlivan ausfällt. Der Mittelfeldspieler laboriert an einer Augapfelprellung, nachdem ihm Rieds Co-Trainer Mario Posch bei einem Disput nach Schlusspfiff mit der Hand ins Gesicht gewischt hatte. Garcia wollte zu der Aktion kein Urteil abgeben. "Es gibt klare Videobilder, ich weiß nur, dass ich einen Spieler weniger zur Verfügung habe."

Bei der Austria bemühte man vor dem schweren Gang nach Salzburg Durchhaltefloskeln. Die Wiener hoffen, aus der Rolle des Außenseiters überraschen zu können. "Die Favoritenrolle ist klar verteilt, wir haben nichts zu verlieren", sagte Alexander Gorgon. "Nach einem Tief kommt immer wieder auch ein Hoch, darauf hoffen wir", meinte sein Teamkollege Alexander Grünwald.

Im Vergleich zum jüngsten Auftritt gegen Rapid (0:1) wird beim 27-fachen Cup-Rekordsieger eine Steigerung dringend vonnöten sein, um gegen Soriano, Naby Keita und Co. bestehen zu können. Dies ist auch Trainer Thorsten Fink klar, der im Derby-Rückblick von einem schwachen Tag seiner Mannschaft ("Uns hat die Überzeugung gefehlt") sprach. Dennoch sah Fink dahingehend auch eine Chance. "Es gilt den Negativlauf zu unterbrechen, da kommt der Cup genau recht."

Der Deutsche ließ aber auch mit der Aussage aufhorchen, wonach der Cup im Vergleich zur Meisterschaft eine "Riesensache", aber auch nur "Zugabe" sei. In der Liga steht bekanntlich das Halten des dritten Platzes für die Austria an erster Stelle. Am Samstag wartet auf die Violetten das Auswärtsspiel in Mattersburg. Fink kündigte für den Cup-Auftritt Umstellungen an. So wird Olarenwaju Kayode wieder von Beginn an im Sturm erwartet.

387 torlose Minuten für Violett

Der Nigerianer soll bewerkstelligen, dass die Austria nach 387 torlosen Minuten wieder trifft. Seit vier Pflichtspielen warten die Favoritner bereits auf den Torjubel. Er sei deshalb nicht übermäßig beunruhigt, meinte Fink. "Dahingehend kann es schnell gehen, das weiß ich aus Erfahrung", betonte der ehemalige FC-Bayern-Profi. Wichtiger sei es, in der aktuell schlechten Phase nach vorne zu schauen. "Wir müssen fighten", erklärte Fink. Eine Grundvoraussetzung, die bei Violett gegen Rapid zuletzt jedoch kaum zu sehen war. (APA, 19.4.2016)

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    foto: apa/ krug
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