Argentinien schafft Rückkehr an den Kapitalmarkt

19. April 2016, 18:08
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Das südamerikanische Land hat 16,5 Milliarden Dollar an Staatsanleihen platziert. Es hätte auch 68 Milliarden von Investoren aufnehmen können

Buenos Aires – "Argentinien hat nach 15-jähriger Abstinenz eine unerwartet erfolgreiche Rückkehr an den Kapitalmarkt gefeiert. Der Staat platzierte am Dienstag mehrere Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten bei Investoren und nahm damit 16,5 Milliarden Dollar (14,5 Milliarden Euro) ein. Die Papiere waren bei den Anlegern derart begehrt, dass Argentinien rein nach der Nachfrage auch 68 Milliarden Dollar hätte einnehmen können. "Alle haben sich auf Argentinien gestürzt", sagte ein in New York ansässiger Investor.

Hohe Zinsen

Allerdings muss der Staat vergleichsweise hohe Zinsen zahlen: Für die richtungsweisende zehnjährige Anleihe bekommen die Investoren 7,5 Prozent an Zinsen. Zum Vergleich: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit dieser Laufzeit liegt nahe null Prozent. Argentinien war 2001 zahlungsunfähig geworden. Danach hatte sich das Land mit den meisten Geldgebern auf einen Schuldenerlass und einen Umtausch von Anleihen geeinigt. Mehrere Hedgefonds kauften die Bonds, die Argentinien nach US-Recht begeben hatte, damals zu einem Bruchteil des Nennwertes und pochten später auf eine volle Auszahlung.

Mehr Investoren

Seit der Wahl von Mauricio Macri zum neuen Präsidenten im November 2015 versucht das Land, mit der Lösung des Konflikts mehr Investoren zu locken. Ein US-Bundesberufungsgericht in New York machte am vergangenen Mittwoch den Weg frei für die Aufhebung von einstweiligen Verfügungen, die Zahlungen an gewisse Gläubiger verhindert hatten. Damit war der Weg für die Rückkehr an den Kapitalmarkt wieder frei. (red; Reuters, 20.4.2016)

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