Gliedmaßen könnten sich doch aus Kiemen entwickelt haben

20. April 2016, 10:00
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Forscher holen nach Genanalysen eine eigentlich bereits ad acta gelegte Hypothese wieder hervor

Cambridge/Wien – Die Idee ist 138 Jahre alt, wurde von einem berühmten deutschen Anatomen formuliert, galt aber bis vor Kurzem als falsch. Die Rede ist von Carl Gegenbaurs Vermutung, dass sich die Gliedmaßen aus den Kiemenbögen urtümlicher Knorpelfische entwickelt haben könnten. Allein: Es fehlen Fossilien, die diese Theorie stützten würden.

Doch nun könnte Gegenbaurs offiziell längst verworfene Hypothese dank neuer Untersuchungen eines internationalen Forscherteams um Andrew Gillis (Uni Cambridge) doch ihre Wiederauferstehung feiern. Für ihre Studie im Fachblatt "Development" analysierten Gillis und Kollegen die Rolle des Gens Sonic Hedgehog bei der Entwicklung des Kiemenbogens von Rochenembryos.

Siehe da: Das Gen zeigte eine ähnliche Funktion wie bei der Entwicklung von Säugetiergliedmaßen. Die Forscher räumen zwar ein, dass sich diese Funktionsweisen unabhängig voneinander entwickelt haben könnten. Ohne fossile Evidenzen sei die Frage aber weder für noch gegen Gegenbaur entscheidbar. (red, 20.4.2016)

  • Skelett eines Rochenembryos weist auf Gen-Parallelen hin.
    foto: andrew gills

    Skelett eines Rochenembryos weist auf Gen-Parallelen hin.

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