Demenz: Wie gehen Sie in Ihrem Umfeld damit um?

User-Diskussion21. September 2016, 07:00
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Die Krankheit ist eine Herausforderung für Medizin und Gesellschaft. Der Weltalzheimertag macht auf die Situation von Betroffenen und Angehörigen aufmerksam

Verwirrte Blicke, unpräzises Denken, Sprachstörungen, Vergesslichkeit, fehlende Konzentration: Das alles sind Symptome für Demenz. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation und von Alzheimer's Disease International litten 2015 weltweit 46,8 Millionen Menschen an Demenz. Die Autoren der europäischen Demenzleitlinien gehen davon aus, dass in Europa zumindest fünf Millionen Menschen betroffen sind. Es gibt Befürchtungen, wonach Demenz eine der beherrschenden Krankheiten des 21. Jahrhunderts werden könnte.

Demenzen sind der häufigste Grund dafür, dass Menschen in Pflegeheimen untergebracht werden. "Die Krankheit wird in Zukunft in jeder Familie ein Thema sein. Dieser Herausforderung müssen wir uns jetzt stellen und die Rahmenbedingungen schaffen, um Betroffene und Angehörige bestmöglich zu unterstützen", sagt Karl Blecha, der Präsident des Pensionistenverbands Österreichs, anlässlich des Welt-Alzheimertags.

Intensive Forschung

Studien zufolge scheint die Anzahl der Neuerkrankungen zurückzugehen. Forscher der Uni Cambridge haben etwa festgestellt, dass diese unter britischen Männern in den vergangenen 20 Jahren um 20 Prozent gesunken sind. Hinzu kommt, dass die Behandlung durch die intensive Forschung gerade in Bezug auf Alzheimer, die häufigste und schwerste Form der Demenz, in den vergangenen Jahren verbessert wurde. Neue Fortschritte ermöglichen Erkrankten eine höhere Lebensqualität. Dennoch gibt es mehr als 100 Jahre nach Entdeckung der Krankheit kein heilendes Medikament.

Pflege als Herausforderung

Werden die Betroffenen von Angehörigen gepflegt, ist das eine besondere Herausforderung, die sehr belastend sein kann. Gerade bei weit fortgeschrittener Erkrankung verlieren Betroffene nicht nur ihre Selbstständigkeit, sondern durchlaufen auch nach und nach Persönlichkeitsveränderungen, erkennen beispielsweise die eigenen Kinder nicht mehr. Hinzu kommt, dass krankheitsbedingtes Verhalten in der Öffentlichkeit missgedeutet werden kann und Betroffene wie Angehörige oft ihre sozialen Kontakte verlieren.

Ein User beschreibt in den Foren von derStandard.at, dass der Weg in die Demenz, die lichten Momente sowie die absolute Hilflosigkeit der Betroffenen nur schwer vorzustellen seien. Ein anderer postet, Demenz sei eine extrem belastende Erkrankung für Betroffene und das Umfeld. Aber die Bandbreite sei riesengroß. Erkennen Sie Ihre eigene Situation in den Postings wieder? Wie geht es Ihnen mit demenzerkrankten Angehörigen, Bekannten oder Freunden? Pflegen Sie selbst jemanden? Stellen Sie sich selbst Fragen, wie es Ihnen im Alter ergehen könnte? (sni, 21.9.2016)

  • Aufgeschriebene Erinnerung können Demenzkranken im Haushalt helfen
    foto: apa/dpa jens kalaene

    Aufgeschriebene Erinnerung können Demenzkranken im Haushalt helfen

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