Umfrage: Van der Bellen bei Jungwählern weit voran

19. April 2016, 14:55
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Ex-Minister Hundstorfer ist bei den unter 30-Jährigen der unbekannteste Kandidat

Alter schreckt die Jungen nicht ab: Zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler unter 30 Jahren haben überhaupt nichts daran auszusetzen, dass die Kandidaten für die Präsidentenwahl fast durchwegs im Seniorenalter sind, fand das Institut für Jugendkulturforschung in einer Meinungsumfrage heraus. Junge Menschen wollten nicht notwendigerweise von jungen Politikern vertreten werden, schließt Leiter Bernhard Heinzlmaier daraus. Im Augenblick zeige sich vielmehr ein Trend in die Richtung, das "würdige, machtsichere, erfahrene und vertrauenswürdige Alter" in Führungspositionen zu bevorzugen.

Geht es nach den befragten 500 Österreicherinnen und Österreichern zwischen 16 und 29 Jahren, würde am kommenden Wahlsonntag auch einer der Ältesten haushoch gewinnen. Der 72-jährige Alexander Van der Bellen kommt unter jenen Jungwählern, die sich bereits für einen Kandidaten entschieden haben, auf satte 42 Prozent und damit auf einen doppelt so großen Anteil wie der zweitplatzierte Norbert Hofer (20 Prozent). Irmgard Griss verbucht rund zwölf Prozent, Rudolf Hundstorfer elf Prozent, Andreas Khol zehn Prozent. Schlusslicht ist Richard Lugner mit vier Prozent.

Hundstorfer unbekanntester Anwärter

Letzterer kann sich aber damit trösten, immerhin der bei den Jungen bekannteste Kandidat zu sein, denn 64 Prozent bringen seinen Namen mit der Präsidentschaftskandidatur in Zusammenhang. Erschreckend für einen ehemaligen Minister: SP-Politiker Rudolf Hundstorfer ist mit 39 Prozent der unbekannteste Anwärter.

Die beiden Favoriten Van der Bellen und Hofer repräsentieren in puncto Wählerzuspruch zwei verschiedene Welten: Währen der De-facto-Grüne der Held der höheren Bildungsschichten ist, liegt er in den niedrigeren und mittleren Bildungsmilieus deutlich hinter dem Freiheitlichen Hofer, der bei Lehrlingen und Facharbeitern stark punktet.

Für ein verstaubtes Amt halten die Jungwähler den Posten des Bundespräsidenten übrigens nicht: Fast 80 Prozent wenden sich gegen die Aussage, dass das Staatsoberhaupt unwichtig ist und deshalb abgeschafft gehört. (jo, 19.4.2016)

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