Teheran: 7.000 Geheimagenten sollen Moral überwachen

19. April 2016, 13:38
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Anstandstruppe darf nicht einschreiten, sondern muss die Polizei rufen

Teheran – Die iranische Polizei setzt seit Montag in der Hauptstadt Teheran ein Netz von rund 7.000 Geheimagenten ein, die auf die Einhaltung der strengen Moralvorschriften achten sollen.

Polizeichef Hossein Sajedinia erläuterte zum Start der neuen Anstandstruppe deren Arbeitsweise und die Aufgaben: Die Polizisten seien in Zivilkleidung unterwegs und hätten ein scharfes Auge auf Vergehen wie etwa Verstöße gegen das Verschleierungsgebot. Im Visier seien dabei auch Frauen, die den Schleier verbotenerweise im Auto ablegen.

Agenten müssen Polizei rufen

Ebenfalls achten sollen die Undercover-Agenten auf die Belästigung von Frauen, das Verbreiten von Lärm oder rücksichtsloses Fahren. "Die Zivilpatrouillen nehmen heute in der ganzen Stadt ihre Arbeit auf", kündigte Sajedinia an. Die Agenten dürften die Urheber der Moralverstöße allerdings nicht selbst ansprechen. Diese würden an die Polizei weitergemeldet, die dann alles Weitere übernimmt.

Im Iran müssen Frauen seit der Islamischen Revolution 1979 außerhalb des Hauses einen Schleier tragen. In den vergangenen Jahren ist insbesondere in den moderneren Vierteln Teherans eine gewisse Lockerung der Verschleierungspraxis zu beobachten. Modebewusste Iranerinnen kombinieren bunte und eng anliegende Kleidung mit einem oft nur nachlässig über das Haupthaar geworfenen Schal. (APA, AFP, 19.4.2016)

  • Teheranerinnen an einer Bushaltestelle: Konservative Iraner klagen über die Miißachtung des Verschleierungsgebots
    foto: reuters/tima

    Teheranerinnen an einer Bushaltestelle: Konservative Iraner klagen über die Miißachtung des Verschleierungsgebots

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