Katar: "Krebsgeschwür des Weltfußballs"

19. April 2016, 12:22
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Gerichtsurteil: Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger darf Katar beleidigen – Berufung möglich

Düsseldorf – Theo Zwanziger durfte Katar als "Krebsgeschwür des Weltfußballs" bezeichnen. Der frühere Präsident des Deutschen Fußballbunds (DFB) errang am Dienstag vor dem Düsseldorfer Landgericht einen Sieg gegen den Fußballverband von Katar. Zwar sei die Bezeichnung "Krebsgeschwür" eine massiv herabwürdigende Beleidigung, Zwanziger habe damit aber die Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar kritisiert. Diese Kritik sei im Vordergrund gestanden, nicht die öffentliche Diffamierung. Damit sei die Aussage vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit gedeckt und keine Schmähkritik.

"Ich habe niemanden persönlich angegriffen", sagte Zwanziger, der früher selbst Richter war. "Ich war immer davon überzeugt, dass die Kritik an der WM-Vergabe an Katar, auch wenn ich sie mit deutlichen Worten geäußert habe, von der verfassungsmäßig garantierten Meinungsfreiheit gedeckt war."

Unterlassungserklärung verweigert

Bei dem Rechtsstreit ging es um ein Interview Zwanzigers mit dem Hessischen Rundfunk vom 2. Juni 2015. Darin fielen jene Worte, die in Katar für erhebliche Verstimmung gesorgt hatten: "Ich habe immer klar gesagt, dass Katar ein Krebsgeschwür des Weltfußballs ist. Mit dieser Entscheidung hat alles begonnen."

Der katarische Fußballverband hatte beantragt, Zwanziger die Aussage zu verbieten – es handle sich um eine Kollektivbeleidigung. Nachdem Zwanziger sich geweigert hatte, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen, wurde er geklagt. Gegen das Urteil ist eine Berufung beim Oberlandesgericht möglich, den Streitwert legte das Gericht auf 100.000 Euro fest. (APA, 19.4.2016)

  • Theo Zwanziger: "Ich habe niemanden persönlich angegriffen."
    foto: reuters/rattay

    Theo Zwanziger: "Ich habe niemanden persönlich angegriffen."

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