Nachrichtenagentur AP gewinnt Pulitzer-Preis

20. April 2016, 10:44
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Für Berichte über Sklaverei in Südostasien – Preise auch "Los Angeles Times", "New York Times", "Boston Globe", "New Yorker", ProPublica – Mit Übersicht der Preisträger

New York – Die US-Nachrichtenagentur AP ist für Recherchen zur Fischereiindustrie in Südostasien mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet worden. Die über 18 Monate laufende Arbeit von vier AP-Journalistinnen hatte zur Freilassung von mehr als 2.000 Sklavenarbeitern und zur Festnahme von einem Dutzend Verdächtigen geführt, zudem wurden Schiffsladungen im Wert von Millionen Dollar beschlagnahmt. "Es war ein solides Jahr für den Journalismus", sagte Mike Pride, Verwalter der Pulitzer-Preise, bei Verkündung der Preisträger am Montag.

Die "Los Angeles Times" gewann in der Sparte aktuelle Nachrichten für ihre Berichterstattung über den bewaffneten Angriff auf eine Sozialeinrichtung im kalifornischen San Bernardino, die "New York Times" für eine Reportage über Gewalt gegen afghanische Frauen. Auch die Mitarbeiter des "Boston Globe" und des "New Yorker" wurden ausgezeichnet.

In der Kategorie Fotografie zu aktuellen Nachrichten gingen die Preise an die "New York Times" und Thomson Reuters. Unter den ausgezeichneten Fotografen der "New York Times" befindet sich Daniel Etter, der für den STANDARD im Herbst die Schwerpunktausgabe "Auf der Flucht" mit seinen Fotos illustrierte. Ein Porträt über Daniel Etter finden Sie hier.

Zustände in Psychiatrien in Florida aufgedeckt

Für ihre Recherche zu den desaströsen Zuständen in psychiatrischen Anstalten in Florida werden Lokaljournalisten aus dem südlichen US-Staat in diesem Jahr mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Drei Reporter der "Tampa Bay Times" und der "Sarasota Herald Tribune" gewannen zusammen den Preis in der Kategorie investigativer Journalismus.

Lora Lapeter Anton, Anthony Cormier und Michael Braga hatten zusammen aufgedeckt, unter welchen miserablen, von Gewalt und Vernachlässigung geprägten Zuständen die Patienten in diesen Anstalten leben müssen. Die Verantwortung dafür wiesen sie den örtlichen Behörden zu.

100. Jubiläum

Die Pulitzerpreise feiern dieses Jahr ihr 100. Jubiläum. Derzeit gibt es den Preis in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik – 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten. Im Bereich Literatur gewann der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen mit seinem Spionageroman "The Sympathizer", im Bereich Schauspiel das Erfolgsmusical "Hamilton". Insgesamt wurden fast 3.000 Arbeiten eingereicht, im Bereich Journalismus etwa 1.200. (APA, 19.4.2016)

Journalismus-Gewinner im Überblick

  • Dienst an der Öffentlichkeit: Associated Press
  • Aktuelle Nachrichten: Los Angeles Times
  • Investigative Berichterstattung: Tampa Bay Times und Sarasota Herald-Tribune
  • Erklärende Berichterstattung: ProPublica und das Marshall Project
  • Lokale Berichterstattung: Tampa Bay Times
  • Nationale Berichterstattung: Washington Post
  • Internationale Berichterstattung: New York Times
  • Feuilleton: New Yorker
  • Kommentar: Boston Globe
  • Kritiken: New Yorker
  • Leitartikel: Sun Newspapers
  • Karikaturen: Sacramento Bee
  • Fotografie zu aktuellen Nachrichten: New York Times und Thomson Reuters
  • Feature-Fotografie: Boston Globe
  • Die Recherche der vier AP-Journalistinnen führte zur Freilassung von mehr als 2.000 Sklavenarbeitern und zur Festnahme von einem Dutzend Verdächtigen . V.l.n.r.:  Martha Mendoza, Robin McDowell, Esther Htusan und Margie Mason.
    foto: ap/drew

    Die Recherche der vier AP-Journalistinnen führte zur Freilassung von mehr als 2.000 Sklavenarbeitern und zur Festnahme von einem Dutzend Verdächtigen . V.l.n.r.: Martha Mendoza, Robin McDowell, Esther Htusan und Margie Mason.

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