St. Pöltener Bürgermeister als rote Hoffnung

18. April 2016, 17:32
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Nach der Ära Pröll könnte Stadler landesweit zulegen

St. Pölten/Wien – Das SPÖ-Parteilogo musste man im Wahlkampf um den St. Pöltener Gemeinderat mit der sprichwörtlichen Lupe suchen. Der rote Bürgermeister Matthias Stadler konnte seine absolute Mehrheit (56,8 Prozent) am Sonntag noch auf gemütliche 59 Prozent ausbauen. Stadler weiß, wen die Leute in der niederösterreichischen Landeshauptstadt gerne wählen: Matthias Stadler.

Für Politikberater Thomas Hofer ein "Treppenwitz der Geschichte", dass der rote Bürgermeister im tiefschwarzen Niederösterreich mit "absoluter Personalisierung" erfolgreich ist – also ausgerechnet jener Taktik, mit der Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) seit Jahrzehnten erfolgreich ist. Die SPÖ hat einen "professionellen Wahlkampf geführt und die Partei ein wenig außen vor gelassen", sagt Hofer. Dabei sei Stadler kein "Voralpen-Obama", aber als Politiker in sich stimmig. Das Angebot der politischen Konkurrenz erleichtere Stadlers Spiel.

Die SPÖ kann sich freuen. Nicht nur, dass sie nach einigen bitteren Niederlagen – im einst roten Wiener Neustadt regiert seit 2015 ein schwarz-blaues Bündnis – einen gestärkten Bürgermeister vorweisen kann. Ebenjener Bürgermeister hat noch dazu nach der für die SPÖ desaströsen Landtagswahl 2013 die Landespartei übernommen. Ein Rückzug Erwin Prölls würde Stadlers Chancen auf politischen Erfolg jenseits St. Pöltens erhöhen. "Wer immer Nachfolger Prölls wird, wird es schwer haben, dieses Ergebnis zu halten", sagt Politexperte Hofer, wenngleich alle Prognosen für die Welt nach Pröll gewagt seien. Gegen eine ÖVP-Kandidatin Johanna Mikl-Leitner kann sich Stadler zumindest Chancen auf kräftige Zugewinne ausrechnen. (sefe, 18.4.2016)

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