Anti-Islam-Kurs der AfD: Die Angstmacher

Kommentar18. April 2016, 17:45
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Die Forderung nach einem Verbot von Minaretten und dem Muezzin-Ruf ist ein Frontalangriff

Es sind große Themen, deren sich die Alternative für Deutschland (AfD) seit ihrer Gründung im Februar 2013 angenommen hat: Euro, Zuwanderung, Islam. Gewiss, die noch junge Partei hat auch eine Meinung zur Energiepolitik und zu Steuerfragen.

Ihre zentralen Themen aber sind jene, die vielen Menschen Angst machen. Während der Eurokrise fürchteten sie um ihr Erspartes, als jeden Tag tausende Flüchtlinge die österreichisch-deutsche Grenze passierten, ebenfalls um ihren Status, ihre Heimat, ihre Sicherheit.

Es ist aus Sicht der AfD nur logisch, dass sie nun – da der Euro kaum noch Thema ist und auch keine neuen Flüchtlinge mehr kommen – auf ein neues Angstthema setzt: den Islam, der für viele in Deutschland keine Religion, sondern vorrangig eine Bedrohung ist, weil er für das Fremd- und Anderssein steht.

Die Forderung nach einem Verbot von Minaretten und dem Muezzin-Ruf ist ein Frontalangriff. Nirgendwo in Deutschland sieht man den Kirchturm vor lauter Minaretten nicht mehr, nirgendwo versteht man das eigene Wort aufgrund von Muezzin-Rufen nicht mehr.

Es ist also kein reales Problem, dem die AfD zu Leibe rücken will oder müsste. Dass sie die Forderung trotzdem ins Programm schreiben will, hat nur einen Hintergrund: Sie ist die Partei, die mit der Botschaft "Wir schützen euch vor dem Islam" spalten und bei Verunsicherten punkten will. (Birgit Baumann, 18.4.2016)

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