Neue Schulfinanzierung gefordert

18. April 2016, 16:21
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Schulen sollen nach einem Index finanzieren werden, fordern Bildungsministerium, Arbeiterkammer und Neos

Wien – Als Reaktion auf die Ergebnisse des Bands "Bildung in Zahlen 2014/15", den die Statistik Austria am Montag veröffentlicht hat, sind erneut Forderungen nach einer indexbasierten Schulfinanzierung laut geworden. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), Arbeiterkammer (AK) und die Wiener Neos pochen darauf, dass Standorte mit vielen sozial benachteiligten Kindern mehr Geld bekommen sollen.

Heinisch-Hosek sah die Bildungspolitik in einer Aussendung mit den Neuen Mittelschulen (NMS) "auf dem richtigen Weg", da mehr Schüler aus den NMS als früher aus den Hauptschulen in höhere Schulen übertreten. "Gerade in Österreich, wo Bildung nach wie vor stark vom Elternhaus vererbt wird, ist dieser Beleg für den Erfolg der Neuen Mittelschule eine weitere wichtige Bestätigung." Mit den Modellregionen zur gemeinsamen Schule solle es künftig außerdem besser durchmischte Klassen geben, zur besseren Unterstützung der Schulen pocht die Ministerin auf eine Mittelzuteilung nach einem Sozialindex.

Bildungschancen verbessern

AK-Präsident Rudolf Kaske betonte, dass Aufstiegschancen nicht davon abhängen dürften, ob man am Land oder in der Stadt zur Schule gehe. Als Lösung forderte auch er einen "Chancen-Index", der den familiären Hintergrund der Schüler berücksichtigt.

Die Wiener Neos kritisieren, dass Wien das Bundesland mit den größten Schülerzahlen und gleichzeitig weniger Mittel pro Schüler als im Schnitt der Bundesländer sei. Als Reaktion sei der Anteil an Privatschülern mit 17 Prozent fast doppelt so groß wie im Bundesschnitt. Mit einer indexbasierten Finanzierung könne man die Bildungschancen von Kindern aus bildungsfernen Haushalten verbessern.

Wiener ÖVP für Vorbereitungsklassen

Die Wiener ÖVP fordert unterdessen angesichts der generell geringeren Aufstiegschancen im urbanen Raum flächendeckende Deutsch-Vorbereitungsklassen für alle Kinder mit "sprachrelevanten Defiziten": "Es ist nicht länger zu verantworten, dass Generationen von Kindern wegen der ideologischen Scheuklappen von Rot-Grün dem Bildungssystem und am Ende auch dem Arbeitsmarkt verloren gehen und damit ihr Leben in der Mindestsicherung verbringen müssen."

Die FPÖ stellte die in der Statistik – wie in vielen früheren Studien – attestierten geringen Chancen auf Bildungsaufstieg infrage: Die Interpretation der Daten durch die "Statistik Austria" sei "ein Instrument von Rot-Schwarz" um den "Vorwurf der angeblichen Bildungsvererbung in Österreich" zu bestätigen, so der Nationalratsabgeordneter Wendelin Mölzer. (APA, 18.4.2016)

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