Drei 1944 entwendete Renaissance-Gemälde sichergestellt

18. April 2016, 13:33
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Werke im Besitz des Großherzogs von Luxemburg waren von deutschen Besatzungstruppen nach Deutschland gebracht worden

Rom – Drei von deutschen Besatzungstruppen im Jahr 1944 entwendete Renaissance-Gemälde sind von den italienischen Carabinieri nach einer komplexen Untersuchung sichergestellt worden. Die Werke waren Prinz Felix von Bourbon-Parma, damals Großherzog von Luxemburg, in der Toskana weggenommen worden.

Bei den drei Bildern handelt es sich um eine "Muttergottes mit Kind" des als Cima da Conegliano bekannten Renaissance-Males Giovanni Battista Cima (1460-1518), um das Werk "Dreifaltigkeit" von Alesso Baldovinetti (1460-1518) sowie um ein Ölgemälde von Girolamo dai Libri (1474-1555) mit dem Titel "Vorstellung Jesu im Tempel".

Die Werke waren aus der Villa delle Pianore im toskanischen Badeort Camaiore entwendet worden, in dem der Prinz lebte. Die Gemälde wurden im Schloss Dornsberg im Vinschgau bei Meran, der Residenz des SS-Generals Karl Wolff, gelagert und dann nach Deutschland gebracht. Mehrere aus Italien weggebrachte Gemälde wurden von der Kunstschutz-Truppe der US-Armee sichergestellt, deren Wirken kürzlich Grundlage für den Film "Monuments Men" von George Clooney war. Sie wurden später Felix von Bourbon-Parma zurückgegeben. Die drei Renaissance-Gemälde waren jedoch spurlos verschwunden.

70 Jahre später wurden nach langwierigen Ermittlungen zwei der drei Gemälden im Besitz einer Mailänder Familie gefunden, die sie von einem verstorbenen verwandten Sammler geerbt hatten. Das dritte Gemälde wurde ebenfalls im Besitz eines Sammlers entdeckt. Die drei Werke wurden beschlagnahmt und sollen jetzt der Mailänder Pinakothek Brera anvertraut werden, teilten die Carabinieri am Montag mit. (APA, 18.4.2016)

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