Iraker nach Gespräch auf Arabisch aus US-Flieger gewiesen

18. April 2016, 11:33
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Passagierin alarmierte Besatzung, diese schaltete das FBI ein – Ruf nach Entschuldigung

Washington – Ein irakischer Flüchtling ist nach eigenen Angaben in den USA eines Flugzeugs verwiesen worden, nachdem er am Telefon auf Arabisch gesprochen hatte. Der 26-jährige Student hatte im Flieger von Los Angeles nach Oakland in Kalifornien vor dem Abflug seinen Onkel in Bagdad angerufen, wie die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) berichtete.

Er hatte seinem Onkel von einer Veranstaltung mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erzählt. Nach dem Telefonat habe eine Passagierin die Besatzung alarmiert. Sie erzählte, sie habe gehört, dass der junge Mann "potenziell drohende Bemerkungen" gemacht habe, wie die Fluggesellschaft Southwest Airlines der Zeitung mitteilte. Der Student sagte, er sei schließlich hinausbegleitet, im Terminal vor einer Menschenmenge durchsucht und von drei Mitarbeitern des FBI befragt worden.

Der junge Mann konnte dem Bericht zufolge eine spätere Maschine nach Oakland nehmen. Er verlangt nun eine Entschuldigung von der Fluglinie, aber keine Entschädigung. "Wir bedauern jede weniger positive Erfahrung eines Kunden an Bord eines unserer Flugzeuge", hieß es von Southwest Airlines. Laut dem Rat für amerikanisch-islamische Beziehungen (CAIR) wurden dieses Jahr schon mindestens sechs Muslime in den USA eines Fluges verwiesen.

Vor einigen Wochen ist es in Wien zu einem ähnlichen Zwischenfall gekommen. Eine Passagierin eines Easyjet-Fliegers hatte die Bordcrew informiert, weil sie glaubte, auf dem Handy ihres Sitznachbarn Botschaften mit Bezug zur Terrormiliz IS zu erkennen. Dies hatte sich im Nachhinein als falscher Alarm herausgestellt. (APA, red, 18.4.2016)

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