Fink: "Rapid hat gezeigt, wie es geht"

18. April 2016, 11:28
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Den Vizemeistertitel haben die Hütteldorfer so gut wie in der Tasche, den Titel noch nicht ganz abgeschrieben. Der Austria-Trainer schreibt Platz zwei ab: "Für diese Saison sind sie besser als wir"

Wien – Das 317. Wiener Derby ist zur klaren Angelegenheit für Rapid geworden. Die Hütteldorfer setzten sich am Sonntag im Ernst-Happel-Stadion nur wegen der fehlenden Effizienz nur 1:0 durch und haben den Vizemeistertitel so gut wie in der Tasche. Den Sprung nach ganz vorne haben sie noch nicht ganz abgeschrieben.

Die Rapidler dominierten wie im Großteil der Partien im Frühjahr das Geschehen, diesmal passte – im Gegensatz zu den zuvor fünf sieglosen Runden – aber auch das Ergebnis. "Die Mannschaft hat ein tolles Spiel gezeigt, sie hat es sich verdient, wieder einmal gewonnen zu haben", resümierte ein erleichterter Rapid-Trainer Zoran Barisic. Ein Stein fiel auch Kapitän Steffen Hofmann vom Herzen: "Die Situation war alles andere als leicht, wir haben mit einem guten Spiel einiges wieder gutmachen können."

Platz zwei ist Rapid kaum mehr zu nehmen, fünf Runden vor Schluss trennen die beiden Lokalrivalen acht Zähler. "Es war ein großer Schritt in die richtige Richtung", freute sich Offensivspieler Louis Schaub. Vielleicht ist für die Hütteldorfer sogar noch mehr möglich. Leader Salzburg kann dank des Sechs-Punkte-Polsters und des um zwölf Treffer besseren Torverhältnisses beruhigt ins Saisonfinish gehen, zeigte sich 2016 aber nicht immer souverän.

"Wenn sie Punkte lassen, wollen wir da sein. Aber wir brauchen einige Umfaller von Salzburg und das kann ich mir kaum vorstellen", schätzte Rapid-Kapitän Steffen Hofmann die Ausgangssituation realistisch ein. Zumindest dreimal müssten die "Bullen" wohl nicht als Sieger vom Platz gehen. "So lange wir die Chance noch haben, müssen wir auch alles tun, um das Unmögliche möglich zu machen", meinte Rapid-Präsident Michael Krammer. Tomi versprach: "Wir werden alles versuchen."

Der Spanier rechtfertigte die neuerliche Aufstellung in der Anfangsformation mit einer starken Leistung und dem entscheidenden Tor. Der 31-Jährige traf damit auch im vierten Pflichtspiel, in dem er von Anfang an spielte. "Das ist gut", freute sich der Stürmer-Routinier nach seinem zweiten Treffer in Folge nach jenem beim 2:2 beim WAC.

Tomi in Form

Tomi hat Matej Jelic vorerst aus der Mannschaft gespielt. "Alle Spieler wollen von Anfang an spielen. Ich habe lange auf meine Chancen warten müssen und jetzt ist sie da", ist Tomi zufrieden. Sein Trainer hatte ein "Goldenes Händchen". "Tomi hat gezeigt, dass er ein wichtiger Spieler für uns sein kann. Er muss aber weitermachen, darf sich nicht ausruhen", sagte Barisic.

Das gilt auch für Tomis Kollegen, wartet doch am Sonntag mit dem Heimspiel gegen den wiedererstarkten Vierten Sturm Graz eine hohe Hürde. Die Chancenauswertung der Hütteldorfer muss besser werden, die hatte auch am Sonntag vor 26.200 Zuschauern zu wünschen übrig gelassen. "20 bis 25 Meter vor dem Tor haben wir falsche Entscheidungen getroffen, versucht in noch bessere Positionen zu kommen. Manchmal nehmen wir uns leichtfertig Möglichkeiten weg, daran müssen wir arbeiten", ist sich Barisic bewusst.

Der Wiener glaubt, dass diesbezüglich vieles mit dem Kopf zusammenhängt. "Dass es wieder flutscht, müssen wir uns erst wieder hart erarbeiten", weiß Barisic. Der Derbyerfolg könnte eine Initialzündung gewesen sein.

Die Austrianer haben aktuell viel größere Probleme, Tore zu erzielen. Viermal gab es zuletzt keinen violetten Torjubel, die jüngsten drei Partien gingen verloren. "Uns hat in den letzten Wochen das Glück gefehlt, heute war aber der Gegner besser", schilderte Austria-Trainer Thorsten Fink seine Sicht.

Fink: "Es war spielerisch zu wenig"

Rapid habe hervorragenden Fußball geboten. "Sie haben gezeigt wie es geht", so Fink. Seine Truppe kam hingegen nur zu einer einzigen Torchance. "Es war spielerisch zu wenig, wir waren nicht nahe genug am Mann dran. Ich habe auch eine Ängstlichkeit gespürt, wir sind nur hinten drinnen gestanden", war Fink unzufrieden.

Platz zwei hat der Deutsche abgeschrieben. "Für diese Saison sind sie besser als wir, nächste muss man dann schauen." Die Favoritner müssen nach der jüngsten Negativserie vordergründig nach hinten schauen. Mit Sturm und der Admira sitzen den Favoritnern gleich zwei Teams im Kampf um den letzten Europacup-Fixplatz im Nacken, gegen beide gibt es noch ein direktes Duell.

"Der Kampf um Platz drei ist wieder sehr spannend geworden, vielleicht brauchen wir diesen Druck, um wieder an bessere Leistungen anknüpfen zu können", hoffte Offensivspieler Alexander Gorgon. Und sein Clubkollege Alexander Grünwald ergänzte: "Wir haben die Qualität, jeden Gegner in der Liga zu schlagen. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und Leistung bringen."

Das müssen die Austrianer schon vor dem Samstag-Gastspiel in Mattersburg. Am Mittwoch geht es in Salzburg gegen den Tabellenführer um den Einzug ins ÖFB-Cup-Finale. "Der Cup hat eigene Gesetze, da geht was", ist Fink guter Dinge. Mit einer Überraschung würde die Austria die Doppel-Chance auf einen Europacup-Platz am Leben erhalten. (APA, 18.4.2016)

  • Rapid-Trainer Zoran Barisic behielt die Oberhand.
    foto: apa/punz

    Rapid-Trainer Zoran Barisic behielt die Oberhand.

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