Studie: Grenzkontrollen wegen Flüchtlingskrise kosten Milliarden

18. April 2016, 11:20
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Längere Wartenzeiten würden den Handel bremsen und damit auch die Wirtschaftsleistung

Berlin – Systematische Grenzkontrollen entlang der Flüchtlingsrouten in Europa würden laut Ifo-Institut bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Längere Wartezeiten würden den Handel bremsen und damit die Wirtschaftsleistung in 27 EU-Ländern pro Jahr um 0,06 bis 0,11 Prozent dämpfen, erklärten die Münchner Forscher in einer am Montag veröffentlichten Studie. "Das sind 9,0 bis 15,4 Milliarden Euro oder 17,83 Euro bis 30,39 Euro pro Kopf", sagte Ifo-Außenwirtschaftsexperte Gabriel Felbermayr. Erfahrungen an den Grenzen der USA zu Kanada und Mexiko zeigten, dass dort Lastkraftwagen im Durchschnitt 20 Minuten warten müssen.

Die Ifo-Experten unterstellen in ihrer Untersuchung, dass der Güterhandel zwischen europäischen Ländern um rund 1,4 Prozent fällt, wenn die durchschnittliche Reisezeit zwischen den Handelspartnern um ein Prozent zunimmt. Sollte es systematische Personenkontrollen sogar an allen Schengengrenzen geben, würden sich die Kosten auf knapp 27 Milliarden bis rund 66 Milliarden Euro summieren. "Diese Kosten machen nur einen kleinen Teil jener Summen aus, die durch unkontrollierte Massenzuwanderung entstehen könnten", sagte Felbermayr. Er betonte aber, dass er einen vollständigen Kollaps des Schengenraums für unwahrscheinlich halte. Vielmehr sei mit Kontrollen ausschließlich an den Grenzen entlang der Flüchtlingsrouten zu rechnen. Das Ifo bezieht sich wegen fehlender Daten aus Kroatien nur auf 27 der 28 EU-Länder. (Reuters, 18.4.2016)

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