Hundstorfer: "Meine Stärke ist das persönliche Gespräch"

Reportage mit Video17. April 2016, 19:54
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Witze, Glücksbringer und Toni Polster: Ein Wahlkampfnachmittag mit dem SPÖ-Kandidaten

"Servas Rudi, gib owa den Strick!" sagt Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), als sich Rudolf Hundstorfer dem Wiener Rathausplatz nähert. Gemeint ist Hundstorfers hellblaue Krawatte, die er mit einem schnellen Handgriff und erleichtertem Lächeln abnimmt. Jetzt ist Volksnähe gefragt, und das liegt dem sozialdemokratischen Präsidentschaftskandidaten.

Eine Woche vor der Wahl dreht der ehemalige Sozialminister am Sonntagnachmittag in Begleitung seiner Frau und von Ministerin Oberhauser eine Wahlkampf-Runde durch den Steiermark-Frühling am Rathausplatz. Hände schütteln, Wein verkosten, Steiermark-Erinnerungen austauschen. "Er ist volksnah, redet mit den Leuten, hat einen guten Schmäh", sagt ein pensionierter Gastwirt aus dem Burgenland. "Es würde ihm gut tun, wenn er das in den Medien auch so machen würde, dort wirkt er verkrampft und verschlossen." Mit diesem Befund ist er nicht alleine. "Es ist schade, dass er bei Fernsehdiskussionen oft aufgewiegelt wird und etwas abgehoben wirkt", meint Eva aus der Steiermark, die Hundstorfer persönlich sehr sympathisch findet und für einen guten Bundespräsidenten halten würde.

brugner

"Ich weiß natürlich, dass wir in einem Medienzeitalter leben", sagt Hundstorfer selbst, "aber meine Stärke ist und bleibt das persönliche Gespräch". Vor allem werden Fragen zu Pensionen und Arbeitsmarkt an ihn herangetragen, Asyl "kommt in Wahrheit erst an dritter Stelle", erklärt der Präsidentschaftskandidat.

Am Rathausplatz wird allerdings wenig politisiert und viel Small Talk betrieben. Einer Gruppe von Steirern, die bei einem seiner Wahlkampfvideos mitgespielt hat, erzählt Hundstorfer einen Witz, der – gemessen am Lacherfolg – sehr gut gewesen sein muss. Dann steht plötzlich Ex-Fußballer Toni Polster neben ihm. Die beiden posieren für Fotos und führen kurz Schmäh, bevor Hundstorfer weiter zieht, um eine Einlage der Fohnsdorfer Reiftänzer zu beklatschen.

Dass die jüngsten Umfragen nicht besonders rosig für den SPÖ-Kandidaten aussehen, macht ihm sieben Tage vor der Wahl wenig Sorgen: "Es gibt noch eine große Unentschlossenheit, und am Ende des Tages schauen wir uns die Abrechnung an." Ein Mann möchte Hundstorfer noch eine versteinerte Schnecke aus der steirischen Kraushöhle schenken. Als Glücksbringer. (Sarah Brugner, Michael Luger, 17.4.2016)

  • Rudolf Hundstorfer dem Wiener Rathausplatz.
    foto: michael luger

    Rudolf Hundstorfer dem Wiener Rathausplatz.

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