Weltwirtschaft stagniert: Nichts hilft gegen die Flaute

Kommentar18. April 2016, 11:29
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Eine Theorie setzt sich allmählich durch: Nicht falsche Weichenstellungen sind das Problem, sondern ein Mangel an Ideen, mit denen sich die Produktivität erhöhen lässt

Unter Ökonomen, Notenbankern und Unternehmern macht sich weltweit zusehends Ratlosigkeit breit. Warum wächst die Weltwirtschaft nicht stärker, warum kommen besonders Industrieländer nicht vom Fleck? Diese Fragen standen im Zentrum der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF), ohne dass Experten überzeugende Antworten parat gehabt hätten.

In zahllosen Reden wurden zwar Forderungen erhoben und Ideen gewälzt. IWF-Chefin Christine Lagarde verlangt von Ländern mehr Investitionen in Infrastruktur. Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble rief im Gegenzug zu Sparsamkeit und Reformen auf, die den Wettbewerb fördern. Doch das Problem ist, dass es derzeit egal erscheint, welches Land welche Strategie verfolgt. Die Flaute ist überall.

Japans Regierung pumpt seit Jahren hunderte Milliarden in die Realwirtschaft und seine Banken, 2017 dürfte das Land dennoch wieder in die Rezession rutschen. In der Eurozone wird seit 2010 mit allen möglichen Reformen experimentiert. Die Krise ist aber nicht überwunden. In den USA sieht es auf den ersten Blick besser aus. Doch bedenkt man, wie gut die Ausgangslage ist – die Energiepreise sind niedrig, und Firmen kommen billig an Kredite –, hat selbst Amerika ein Problem. So setzt sich langsam eine alternative Theorie durch: Nicht falsche politische Weichenstellungen sind demnach das Problem. Was der Welt fehlt, sind innovative Ideen, mit denen sich die Produktivität erhöhen lässt. (András Szigetvari, 18.4.2016)

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