Zahl ziviler Opfer in Afghanistan auf neuem Höchststand

17. April 2016, 12:07
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Unter den Opfern sind laut den Vereinten Nationen besonders viele Kinder und Frauen

Kabul – Die Zahl der toten und verletzten Zivilisten in Afghanistan hat einen neuen Höchststand erreicht. Unter den Opfern sind besonders viele Kinder und Frauen, teilten die Vereinten Nationen in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht mit. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres registrierten die UN 1943 Tote und Verletzte. Das sei ein Anstieg von zwei Prozent gegenüber 2015.

Unter den Opfern seien 600 Tote und 1343 Verletzte. Bei Kindern stieg die Zahl der Opfer um 29 Prozent, bei Frauen um fünf Prozent. "Damit sind fast ein Drittel aller Opfer Kinder", sagte die Chefin der Menschenrechtsabteilung der UN in Afghanistan, Danielle Bell.

60.000 Opfer seit 2009

Taliban und andere Aufständischengruppen seien für mindestens 60 Prozent der Opfer verantwortlich, heißt es in dem Bericht weiter. Mindestens 19 Prozent der Opfer gingen auf das Konto von Regierungskräften. Viele Fälle konnten aber nicht zugeordnet werden.

Die UN riefen die Konfliktparteien auf, Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu treffen. "Selbst wenn ein Konflikt sich ausweitet, muss es nicht mehr zivile Opfer geben", sagte der UN-Spezialgesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom. "Wenn humanitäre Verpflichtungen nicht geachtet werden, führt das zu mehr Leid für eine Nation, die genug gelitten hat."

Seit Beginn der Zählung 2009 haben die Vereinten Nationen damit 60 679 zivile Opfer registriert. (APA, 17.4.2016)

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