Japan: Suche nach Überlebenden des Erdbebens

18. April 2016, 13:11
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110.000 Menschen in Notunterkünften, bisher 42 Todesopfer

Tokio – Nach den beiden starken Erdbeben in Japan haben Bergungskräfte am Montag fieberhaft in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Die Suchtrupps konzentrierten sich auf die Ortschaft Minami-Aso auf der Insel Kyushu im Südwesten des Landes. Dort wurden nach Behördenangaben neun Menschen vermisst. Dutzende Soldaten waren mit Spürhunden im Einsatz. Die Chancen, noch Überlebende zu bergen, sanken.

Ein Erdbeben der Stärke 6,2 hatte die Region am Donnerstagabend erschüttert. Ein zweites Beben der Stärke 7,0 folgte Samstagfrüh. Den Behördenangaben zufolge kamen 42 Menschen ums Leben, mehr als tausend weitere wurden verletzt, fast 200 von ihnen schwer.

Einsatzkräfte ins Erbebengebiet geschickt

Aus Furcht vor weiteren Nachbeben und Erdrutschen wurden mehr als 110.000 Menschen in der Präfektur Kumamoto in Notunterkünfte gebracht. Die Regierung entsandte 25.000 Soldaten, Feuerwehrleute, Ärzte und anderes Rettungspersonal in das Erdbebengebiet. Auch die US-Armee, die in Japan fast 50.000 Militärangehörige stationiert hat, half bei dem Einsatz.

Zahlreiche Häuser auf Kyushu wurden durch die Beben beschädigt oder nach Erdrutschen unter Geröll begraben. Mehrere abgelegene Orte wurden von der Außenwelt abgeschnitten. Auch Straßen und Bahnlinien wurden von Erdmassen begraben. Mehrere Brände brachen aus.

Auf Kyushu sind zahlreiche Produktionsstätten angesiedelt sowie Japans einziges Atomkraftwerk, das noch in Betrieb ist. Es blieb nach Regierungsangaben unbeschädigt. Das Motorradwerk von Honda in Kumamoto sollte bis Freitag geschlossen bleiben. Der Autoriese Toyota kündigte an, dass es wegen Problemen mit Zulieferteilen landesweit zu Verzögerungen bei der Produktion kommen werde. (APA, 18.4.2016)

  • Noch immer suchen die Rettungskräfte nach Vermissten.
    foto: apa/afp/kazuhiro nogi

    Noch immer suchen die Rettungskräfte nach Vermissten.

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