"Pfefferspray-Cop": Uni gab 175.000 Dollar gegen negative Suchergebnisse aus

17. April 2016, 10:54
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Polizist hatte 2011 friedliche Demonstranten mit Pfefferspray besprüht – Foto verbreitete sich rasant

Der Vorfall sorgte 2011 für eines der bekanntesten Internetmemes. Ein US-Polizist hatte Pfefferspray gegen Demonstranten der Occupy Wall Street-Bewegung eingesetzt. Fotos, die ihn dabei zeigen wie er friedlich am Boden sitzende Personen ansprüht, gingen auch aufgrund der unzähligen Fotomontagen um die Welt. Der Vorfall ereignete sich an der University of Californa, Davis. Wie nun bekannt wurde, gab die Uni viel Geld aus, um bei der Websuche nicht mehr damit in Verbindung gebracht zu werden.

Umfangreiche Online-Kampagne

Die Universität soll zumindest 175.000 US-Dollar in Suchmaschinenoptimierung investiert haben, berichtet "The Sacramento Bee" unter Berufung auf entsprechende Dokumente. Ein Marketingunternehmen sei beauftragt worden, um positivere Suchergebnisse zur Universität und deren Kanzlerin Linda P.B. Katehi hervorzuheben. Andere Berater seien konsultiert worden, um die Social Media-Aktivitäten der Universität zu optimieren.

Die Optimierung der Online-Auftritte eines Unternehmens oder einer Einrichtung als Teil von Krisen-PR ist an sich nichts Verwerfliches. Die Uni soll aber sehr aggressiv dabei vorgegangen sein, den Vorfall zu vertuschen, heißt es. So sei seit Katehis Amtantritt im Jahr 2009 das Budget für PR-Arbeit von rund 3 auf knapp 5,5 Millionen Dollar angestiegen, heißt es. Eine Sprecherin sagte zur Zeitung, dass man sicherstellen wollte, die Reputation der Universität aufrecht zu erhalten. Nach dem Zwischenfall hatten Kritiker Katehis Rücktritt gefordert. (red, 17.4.2016)

  • Ein US-Polizist hatte 2011 friedlich demonstrierende Studenten mit Pfefferspray attackiert. Die Universität will damit nicht mehr in Verbindung gebracht werden.
    foto: the enterprise, wayne tilcock, file/ap/dapd

    Ein US-Polizist hatte 2011 friedlich demonstrierende Studenten mit Pfefferspray attackiert. Die Universität will damit nicht mehr in Verbindung gebracht werden.

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