Rosberg weltmeisterlich, Vettel Zweiter in China

17. April 2016, 09:49
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Rosberg schafft Hattrick, Hamiltons Pechsträhne geht weiter. Vettel zuckt nach Kwjats Startmanöver aus: "Wie Torpedo!"

Shanghai – Mercedes-Mann Nico Rosberg bewegt sich in der Formel 1 derzeit in dem berühmten Flow-Zustand. Der bisherige Dominator gewann am Sonntag den Großen Preis von China und damit auch das dritte Saisonrnnen. Sebastian Vettel hatte im Ferrari als Zweiter schon 37,8 Sekunden Rückstand, Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat wurde Dritter und zog sich Vettels Zorn zu.

Für Rosberg, der in Schanghai 2012 seinen ersten von nunmehr 17 Grands Prix gewann, war es saisonübergreifend der sechste Sieg in Folge. Eine längere Serie war zuvor einzig Vettel mit neun Erfolgen sowie Alberto Ascari und Michael Schumacher, die es auf sieben Siege brachten, gelungen.

Für Statistikgläubige ist damit fix, dass Rosberg auch Weltmeister wird. Denn wenn ein Fahrer bisher die ersten drei Rennen gewonnen hat, so holte er sich am Ende immer auch den Titel. Michael Schumacher hat den Hattrick zu Saisonbeginn gleich dreimal geschafft: 1994 siegte er in den ersten vier Rennen, 2000 in den ersten drei und 2004 sogar in den ersten fünf.

Lauda sah den Weltmeister

"Ich bin natürlich zufrieden. Das ist ein besonderer Ort für mich. Das Auto war heute wieder großartig, das Rennen lief perfekt", meinte Rosberg im Anschluss. "Für mich war das schon weltmeisterschaftlich", lobte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda im Sky-Interview. "Wie der Kerl die Rennen fährt ... Da kann man nur die Kappe ziehen und nachdenken, wie man so etwas zusammenbringt."

In der Gesamtwertung zieht Rosberg tatsächlich immer weiter davon, seine Führung beträgt mittlerweile schon 36 Punkte. WM-Zweiter ist unverändert Titelverteidiger Lewis Hamilton, der aufgrund von Problemen mit dem Energierückgewinnungssystem im Qualifying als Letzter starten musste. Auch im Rennen hatte der Engländer Pech, seine Aufholjagd in einem leicht ramponierten Auto endete auf Platz sieben.

Vor allem während der Anfangsphase regierte in China das Chaos. Pole-Setter Rosberg kam am Start nicht optimal weg, so dass der am Ende viertplatzierte Daniel Ricciardo im Red Bull vor der ersten Kurve an dem Deutschen vorbeizog. Dahinter kam es zu einer Kollision der beiden Ferrari von Vettel und Kimi Räikkönen. Vettel drängte den Finnen von der Strecke, nachdem Kwjat sich innen breitgemacht hatte. Hamilton touchierte am Ende des Feldes den Sauber von Felipe Nasr, er musste wie auch Räikkönen schon in der zweiten Runde einen lädierten Frontflügel austauschen.

Aerodynamisch gestört

In der dritten Runde kam es bei Ricciardo zu einem Reifenplatzer, der Australier musste damit schon früh an die Box. Nach der anschließenden Safety-Car-Periode war der Weg frei für Rosberg, der mit einer fehlerfreien Leistung zum Sieg kurvte.

Vettel und Hamilton mussten mit diversen Problemen kämpfen. In der 15. Runde bracht die Seitenplatte vom linken Frontflügel des Deutschen weg, der aber nicht aufgab. Hamilton Wagen war laut Mercedes-Angaben irreparabel in Mitleidenschaft gezogen, nachdem er während der turbulenten Startphase über ein Fahrzeugteil gefahren sein dürfte, das sich bei einem Konkurrenten verabschiedet hatte.

"Das Auto war sehr schwer zu fahren. Es ist schon das zweite Rennen in Folge, in dem ich so ein Pech hatte. Aber das ist Rennsport", meinte Hamilton lapidar. Eigentlich ist der Engländer ein China-Experte, hat er doch in Schanghai bereits viermal gewonnen. "Sein Auto war aerodynamisch dermaßen gestört, dass nicht mehr ging. Vor allem in den langsamen Kurven hat er überhaupt keine Downforce gehabt", erklärte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Streiterei

Vettel war schon während des Rennens fuchsteufelswild. "Kwjats Attacke war selbstmörderisch", meinte er über den Boxenfunk. Der Russe sei auf der Innenseite wie ein "Verrückter" daherkommen. Er habe keine andere Wahl gehabt, als Räikkönen zu berühren, meinte der 28-Jährige und entschuldigte sich bei seinem Team. Der Finne betrieb mit Platz fünf noch relativ erfolgreich Schadenbegrenzung.

Noch vor der Siegerehrung stellte Vettel Kwjat zur Rede. "Du kommst daher wie ein Torpedo!", ärgerte sich der Deutsche. "Wenn ich diese Linie weiterfahre, kommt es zum Crash." – "Dann fahr eben nicht weiter. Das ist Rennfahren", entgegnete der Russe, der seinen zweiten Podestplatz nach Ungarn 2015 holte. "Ich kann nicht durch alle drei Autos hindurch sehen. Ich habe nur zwei Augen." (APA, red, 17.4.2016)

Ergebnis

GP von China

  • Von Nico Rosberg sah die Konkurrenz nicht viel außer sein Heck.
    foto: apa/afp/eissele

    Von Nico Rosberg sah die Konkurrenz nicht viel außer sein Heck.

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