Türkei und Iran vereinbarten engere Kooperation

16. April 2016, 18:28
2 Postings

Iranischer Präsident Ruhani zu Gast bei türkischem Staatschef Erdogan – Handel und Anti-Terror-Kampf auf der Agenda

Ankara – Die Staatschefs der Türkei und des Iran, Recep Tayyip Erdogan und Hassan Rouhani, haben eine engere Kooperation im Kampf gegen den Terror sowie eine Vertiefung der Handelsbeziehungen vereinbart. Nach einem Gespräch mit Rouhani in Ankara sagte Erdogan am Samstag, er hoffe, dass das Handelsvolumen mit dem Iran von derzeit zehn Milliarden Dollar (neun Milliarden Euro) jährlich verdreifachen werde.

Beide Staatschefs unterzeichneten eine Reihe von Kooperationsabkommen. Rouhani warb für engere Beziehungen beider Länder im Banken- und Energiesektor. Teheran hatte im Juli 2015 ein Atomabkommen mit der Gruppe der fünf UN-Vetomächte und Deutschland unterzeichnet, im Gegenzug wurden die internationalen Sanktionen gegen das Land aufgehoben. Die Türkei und andere Länder hoffen daher auf neue lukrative Märkte im Iran.

Die Türkei ist überdies abhängig von Öl- und Gaslieferungen aus Russland und dem Iran. Im Zuge der Verschlechterung der türkisch-russischen Beziehungen nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeugs im türkisch-syrischen Grenzgebiet durch die türkische Armee kann sich der Iran Hoffnungen auf eine Ausdehnung des Gas- und Ölgeschäfts mit der Türkei machen.

An zwei Fronten in Syrien

Im syrischen Bürgerkrieg stehen die beiden Nachbarländer allerdings auf unterschiedlichen Seiten. Teheran unterstützt Syriens Staatschef Bashar al-Assad, Ankara sieht in seiner Entmachtung eine Grundvoraussetzung für die Beilegung des Konflikts. Erdogan sagte dazu am Samstag, trotz ihrer Differenzen seien sich die Türkei und der Iran einig, dass das Blutvergießen in der Region ein Ende haben müsse.

Rouhani hob hervor, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, müssten Sunniten und Schiiten gemeinsam gegen den Terrorismus, etwa gegen sogenannten "Islamischen Staat" (IS) kämpfen. "Was zählt, ist die Einheit des Islam", sagte der Präsident des schiitisch dominierten Iran. "Wir müssen der Welt sagen: Unsere Identität ist der Islam, nicht Sunnit oder Schiit zu sein". (APA, AFP, 16.4.2016)

Share if you care.