Zahl der Todesopfer nach neuerlichem Erdbeben in Japan stieg auf 41

16. April 2016, 15:56
39 Postings

2.000 Verletzte, 1.700 Häuser zerstört

Kumamoto/Tokio – Die Zahl der Todesopfer nach den heftigen Erdbeben im Südwesten Japans ist auf mindestens 41 gestiegen. Dazu wurden nach Angaben der Einsatzkräfte rund 2.000 Menschen verletzt, als ein besonders schweres Beben der Stärke 7,3 die Region auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu heimsuchte und enorme Schäden anrichtete.

Etwa 80 Menschen würden noch unter den Trümmern vermutet, gab die Regierung bekannt. Die Anzahl der Schwerverletzten wurde mit 190 beziffert. Verängstigte Menschen saßen in Decken gehüllt vor ihren Häusern, während andere in den Reisfeldern an den Stadträndern kampierten. Rund 100.000 Haushalte waren vorerst ohne Strom und 422.000 ohne Wasser.

Mehr als 1.700 Häuser in der am schwersten betroffenen Provinz Kumamoto wurden beschädigt oder komplett zerstört, allein 1.400 in Nishihara, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Das Beben vom Samstag war erheblich stärker als eine erste Erschütterung am Donnerstag, die neun Menschen das Leben kostete.

Zehntausende in Notunterkünften

Rund 90.000 Menschen wurden in Notunterkünften in Sicherheit gebracht. Die Behörden warnten unterdessen vor weiteren Erdrutschen durch starke Regenfälle. Auch in den nächsten Tagen wird mit weiteren teils starken Nachbeben in der Unglücksregion gerechnet. Bis Sonntag sollen bis zu 20.000 Soldaten ins Katastrophengebiet entsandt werden, dazu noch Sanitäter und Feuerwehrmänner.

"Ich bemerkte zunächst eine starke Erschütterung und wurde dann hin und her geworfen wie in einer Waschmaschine", berichtete ein Student, der mit 1.000 weiteren Menschen in einer zur Notunterkunft umfunktionierten Turnhalle untergebracht wurde. "Alle Lichter gingen aus, und ich hörte einen lautes Geräusch. Eine Menge Gas strömt aus. Zwar gab es bisher kein Feuer, aber das ist schon eine Sorge", sagte er.

Auf Fernsehbildern waren allerdings Brände ebenso zu sehen wie unzählige eingestürzte Häuser und beschädigte Straßen und Brücken. Ein Tunnel stürzte ein. Die Menschen in der Nähe eines Staudammes wurden nach einem Bericht des Senders NHK aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da ein Bersten des Dammes befürchtet wurde. Sorge bereitete den Helfern die anhaltenden Regenfälle, durch die Erdrutsche ausgelöst werden könnten.

Keine Störungen in AKWs

Laut NHK kam es bei dem Vulkan Aso zu einem kleinen Ausbruch. Rauch stieg etwa 100 Meter hoch auf. Die 400-Jahre alte Burg von Kumamoto wurde schwer beschädigt, die Mauern brachen. Die drei Atomkraftwerke in der Umgebung meldeten keine Störungen. Eine Tsunami-Warnung wurde wieder aufgehoben.

Ministerpräsident Shinzo Abe sagte schnelle Hilfe zu. Es seien großräumige Schäden zu befürchten. Zahlreiche Fabriken großer internationaler Konzerne wie Sony, Honda, Toyota, Nissan stellten vorübergehend ihre Produktion ein, um die Fabriken auf Schäden zu untersuchen. Die wirtschaftlichen Folgen der Beben sind nach Aussage von Notenbankchef Haruhiko Kuroda noch nicht absehbar. (APA, 16.4.2016)

  • Das Erdbeben hat auch mehrere Erdrutsche verursacht, wie hier in der am schwersten betroffenen Präfektur Kumamoto.
    foto: apa/afp/jiji press

    Das Erdbeben hat auch mehrere Erdrutsche verursacht, wie hier in der am schwersten betroffenen Präfektur Kumamoto.

Share if you care.