Jugendlandesräte wollen Wertekurse auch für Flüchtlingskinder

15. April 2016, 15:42
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Konferenz in Linz beschloss entsprechendes Gesuch an Integrationsministerium

Linz/Wien – Die vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) organisierten und finanzierten Wertekurse für Asylberechtigte sollen auch Kindern und Jugendlichen angeboten werden. Dies beschlossen die Jugendreferenten der Länder in ihrer Konferenz am Freitag in Linz. Das Gesuch, dieses Angebot für jüngere Altersgruppen zu adaptieren, geht jetzt an den zuständigen Minister Sebastian Kurz (ÖVP).

"Die allgemeine Vermittlung der Grundwerte unseres Zusammenlebens ist der entscheidende Schlüssel zur erfolgreichen Integration", erklärte der oberösterreichische Landeshauptmannstellvertreter Thomas Stelzer (ÖVP), der den Vorsitz der Konferenz hatte. Damit sollte so früh wie möglich begonnen werden, so der Grundtenor des Treffens, an dem auch Familienministerin Sohpie Karmasin (ÖVP) teilnahm.

Derzeit befinden sich in Oberösterreich 2.934 Flüchtlingskinder im Alter von drei bis 18 Jahren in der Grundversorgung. Jugendeinrichtungen wie Vereine, insbesondere im Bereich Sport, sowie Kleinkinder- und schulische Betreuungseinrichtungen könnten die Wertekurse in altersgemäßer Form abhalten, meinte Stelzer. Die Vermittlung müsste spielpädagogisch ausgerichtet sein, befanden die Landesjugendreferenten.

Kampf gegen Cybermobbing

Aber nicht nur Thema Integration stand auf dem Programm der Konferenz. Karmasin diskutierte mit den Landesräten auch über Maßnahmen im Kampf gegen Cybermobbing. Bereits 40 Prozent der Jugendlichen bis einschließlich dem 15. Lebensjahr hätten bereits Erfahrungen damit gemacht.

Nicht weniger von Bedeutung sei der Themenkomplex Gesundheitswahrnehmung. Mager- und Brechsucht würden stark zunehmen – nicht nur bei Mädchen. 56 Prozent der Burschen im Alter von elf bis 15 Jahren fühlen sich laut der Ministerin zu dick, obwohl sie "objektiv normalgewichtig sind", bei den Mädchen der gleichen Altersgruppe betrage dieser Anteil 77 Prozent. Karmasin informierte die Länder über neue bundesweite Workshop-Reihen.

Einmal im Jahr treffen sich die Landesjugendreferenten in einem Bundesland zur Konferenz. Bis auf das Burgenland waren heuer alle Länder vertreten. (APA, 15.4.2016)

  • Die Wertekurse für Flüchtlinge sollen für Kinder adaptiert werden, schlagen die zuständigen Referenten der Bundesländer vor.
    foto: apa/punz

    Die Wertekurse für Flüchtlinge sollen für Kinder adaptiert werden, schlagen die zuständigen Referenten der Bundesländer vor.

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