Vor dem Derby regiert der große Frust

15. April 2016, 14:33
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Die Austria und Rapid haben zuletzt ordentlich enttäuscht. Jetzt steht ausgerechnet das 317. Wieder Derby vor der Tür. Beide Teams wollen sich am Gegner aufrappeln

Wien – Das 317. große Wiener Fußball-Duell geht als "Derby der Sieglosen" in die jüngere Bundesliga-Geschichte ein. Die seit vier Runden sieglose Austria gastiert am Sonntag (16.30 Uhr/live ORF eins und Sky) beim seit fünf Spielen auf ein Erfolgserlebnis wartenden Erzrivalen Rapid. Für die Violetten steht im Ernst-Happel-Stadion nicht nur der Kampf um die Vorherrschaft in der Hauptstadt auf dem Spiel.

Die drittplatzierte Austria weist sechs Runden vor Saisonende fünf Zähler Rückstand auf den Zweiten Rapid auf. Die Admira und Sturm Graz sitzen den strauchelnden "Veilchen" im Rennen um einen Europacup-Fixplatz aber nun wieder im Nacken. Den Vier- bzw. Fünf-Punkte-Abstand auf die Verfolger will die Austria nicht weiter schrumpfen lassen.

Wie der Stadtrivale ärgerte sich auch die Austria zuletzt über einen vermeidbaren Punkteverlust. Gegen Schlusslicht Grödig setzte es zu Hause ein 0:2, wobei die Austria Topchancen ungenutzt ließ und bei den Gegentoren unkonzentriert zu Werke ging. Trainer Thorsten Fink war deshalb aber nicht beunruhigt. "Wenn wir weiter unsere Arbeit abliefern, werden die Siege wieder kommen", betonte der Deutsche, dessen Team in den jüngsten drei Spielen nicht einmal ein Tor gelang. "Irgendwann platzt der Knoten. Nur wer häufig aufs Tor schießt, wird treffen", meinte Fink jedoch.

Mit Gewalt über die Linie

Für Kapitän Robert Almer war die Marschroute ebenfalls klar. "Wir müssen unsere Leistung im Offensivbereich fortsetzen und den Ball mit aller Gewalt über die Linie drücken", sagte der Teamtorhüter. Für Austria und Rapid gehe es gleichsam um viel. "Es ist für beide Vereine im Moment nicht die einfachste Situation. In solchen Phasen kommt ein Derby genau richtig", betonte Almer. Mitspieler Alexander Grünwald forderte: "Wir müssen den Turnaround schaffen, es warten Endspiele auf uns."

Die Austria gewann das Auswärtsduell im Herbst mit 2:1 wobei sich Almer eine schwere Knieverletzung zuzog und monatelang ausfiel. Rapid siegte indes in der Generali Arena des Rivalen in dieser Saison beide Male klar (5:2, 3:0). In den vergangenen 23 Duellen gewann die Heim-Mannschaft überhaupt nur viermal.

Keine Luft

Bei der Austria kehren die gegen Grödig wegen Erkrankungen fehlenden Alexander Gorgon, Jens Stryger Larsen und Kevin Friesenbichler zurück. Angreifer Olarenwaju Kayode musste das Training am Mittwoch wegen Knieschmerzen abbrechen, der Nigerianer soll aber für Sonntag fit sein. Coach Fink gab aber zu, dass der eine oder andere derzeit "keine Luft für 90 Minuten" habe.

Diese wird aber nicht nur gegen Rapid, sondern auch drei Tage später im Halbfinal-Auftritt des ÖFB-Cups bei Titelverteidiger Salzburg gefragt sein. Auch dort geht es für die Austrianer um den angepeilten Europacup-Startplatz. Angesichts einiger nicht voll fitter Akteure ein dichtes Programm. Bei der Frage, welches der beiden Spiele für ihn denn wichtiger wäre, winkte Fink ab: "Wir müssen Sonntag und Mittwoch gewinnen." (APA, 15.4.2016)

SK Rapid Wien – FK Austria Wien (Ernst-Happel-Stadion, Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF eins und Sky, SR Lechner). Bisherige Saisonergebnisse: 5:2 (a), 1:2 (h), 3:0 (a.)

Rapid: Strebinger – Pavelic, Sonnleitner, Dibon, Schrammel/Auer – Grahovac, Schwab – Schaub, S. Hofmann, F. Kainz – Tomi

Ersatz: Knoflach – Auer/Schrammel, M. Hofmann, Wöber, Nutz, Schobesberger, Jelic, Alar, Prosenik

Es fehlen: Petsos (Knieverletzung), Novota (nach Schulterverletzung im Aufbautraining), Murg (Innenband-Teilriss im Knie), Stangl (Syndesmosebandriss im Sprunggelenk)

Austria: Almer – Larsen, Sikov, Rotpuller, Martschinko – Holzhauser, A. Grünwald – Venuto, Gorgon, Meilinger – Kayode

Ersatz: Hadzikic – Windbichler, F. Koch, Vukojevic, Serbest, Kehat, De Paula, Friesenbichler

Es fehlt: Ronivaldo (Schambeinentzündung)

  • Die Stimmung ist mittel.
    foto: apa/punz

    Die Stimmung ist mittel.

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