Die ÖNB zieht Bilanz, das Literaturmuseum stellt aus

15. April 2016, 14:44
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2015 war ein gutes Jahr, "Bleistift, Heft und Laptop" gibt ab Samstag Einblicke in die Schreibstuben von zehn heimischen Autoren

Wien – Zufrieden bezüglich Besucherzahlen und Resonanz zeigte sich Johanna Rachinger am Freitag mit dem vor einem Jahr eröffneten Literaturmuseum. Rund 20.000 Besucher habe man seither mit der Dauerausstellung zur österreichischen Literatur angelockt, so die Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, zu der das Haus gehört.

Um die Besucherzahlen weiter in die Höhe zu treiben, startet am Samstag die erste Sonderausstellung: "Bleistift, Heft & Laptop". Zehn heimische Autoren – namentlich Brigitta Falkner, Hanno Millesi, Richard Obermayr, Teresa Präauer, Kathrin Röggla, Ferdinand Schmatz, Clemens J. Setz, Thomas Stangl, Gerhild Steinbuch und Anna Weidenholzer – geben darin in kleinen Installationen ganz verschiedene Einblicke in ihre jeweiligen Zugänge zum Schreiben.

foto: önb
Ein Blick in die Dauerausstellung zur österreichischen Literatur im Literaturmuseum der ÖNB.

Ebenso auf großen Anklang stoße das Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm des Literaturmuseums, freute sich dessen Direktor Bernhard Fetz. Mit anderen Institutionen wie dem Literaturhaus Wien oder der Alten Schmiede komme man sich dabei nicht in die Quere. Statt Konkurrenz herrsche, aufgrund der verschiedenen Ausrichtungen, ein Miteinander, so Rachinger. Und: Man werde "alles daran setzen, dass das Literaturmuseum ein fixer Bestandteil der Stadt wird. Wir arbeiten für die Literatur."

Gleiches betont Rachinger für einen zukünftigen "Kulturhotspot" Johannesgasse, wo sich neben dem Literaturmuseum etwa auch das Metro-Kinokulturhaus und die Musik-und-Kunst-Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) befinden.

Gesamtbilanz der ÖNB

Zufrieden ist die ÖNB auch mit der Bilanz zum abgelaufenen Jahr 2015. Da summierte sich der Bestand an Sammlungsobjekten und Büchern in Archiven und an den Standorten Prunksaal, Esperantomuseum, Globenmuseum, Literaturmuseum und Papyrusmuseum auf etwas mehr als elfeinhalb Millionen.

Fortschritte gab es auch beim Ausbau der digitalen Sammlung, u. a. von historischen Zeitungen ("Anno", kurz für "Austrian Newspapers Online") und Gesetzestexten ("Alex"). So wurde dem Publikum 2015 das Portal "Akon" für digitalisierte Ansichtskarten zugänglich gemacht. Fortgesetzt wird das Projekt "Austrian Books Online" ("Abo") zur Digitalisierung urheberrechtsfreier Bücher. Von diesen will man in Kooperation mit Google bis Ende des laufenden Jahres weitere 75.000 Bände scannen. Dann werden 418.000 von 600.000 online zugänglich sein.

Noch immenser sind die das Web@rchiv Österreich betreffenden Zahlen, das mittlerweile über 80 Terabyte an Daten zu 1,7 Millionen Webseiten mit den Domain-Endungen ".at" und ".wien" verfügt.

Bilden, forschen, erinnern

522.374 Besucher zählte man in Lesesälen und Museen, 430.394 Medien hat die ÖNB ihnen bereitgestellt. Ganz getreu dem Motto, als Bildungs-, Kultur-, Informations- und Forschungszentrum sowie Gedächtnisinstitution zu fungieren. Knapp 29.000 Werke wurden zu diesem Zweck zudem konservatorisch behandelt. (wurm, 15.4.2016)

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